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Prognosen für die Baselworld 2019: Ein Überblick über die großen Marken

Von der Breitling Chrono-Matic bis zur Zenith El Primero – wie wird die Baselworld den Geburtstag des automatischen Chronographen feiern? Welche weiteren bedeutenden Neuvorstellungen dürfen wir von Lieblingsmarken wie Tudor und TAG Heuer erwarten?

2019 wird bei der Baselworld mit großer Wahrscheinlichkeit das Jahr des Automatik-Chronographen, denn in diesem Jahr ist der 50. Jahrestag eines der berühmtesten Ereignisse in der Geschichte der Uhrmacherkunst zu verzeichnen. Zu Beginn des Jahres 1969 lieferten sich mehrere bedeutende Marken ein spektakuläres Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorstellung des ersten Chronographen mit automatischem Aufzug. Noch heute wird vielfach von dieser Begebenheit geschwärmt – und wir rechnen bei der diesjährigen Baselworld 2019 mit einer Vielzahl von Bezügen auf diese glorreichen Tage.

Wie genau werden sich nun dieses historische Ereignis und andere moderne Trends in den neuen Uhrenmodellen niederschlagen? Im Vorfeld der größten Uhrenmesse 2019 möchten wir erkunden, was wir von unseren Lieblingsmarken erwarten können.

BREITLING

2018 war für Breitling ein enorm bedeutsames Jahr: Unter der neuen Leitung von Georges Kern zeigte die Fliegeruhrenmarke auf der Baselworld Uhrenmodelle mit neuen Ideen. Zu nennen sind hier die „Navitimer 8” und die „Super 8”, die zwar stark historisch verwurzelt sind, zugleich aber das Image der legendären Navitimer radikal neu definierten, indem sie auf die Rechenschieberlünette und andere Ausschmückungen verzichteten. Die Navitimer 1 untermauert das neue Image mit einem bemerkenswerten Gehäusedurchmesser von 38 mm – nach Breitling-Standard winzig, aber für zwei Zielgruppen gleichermaßen geeignet: Männer und Frauen. Im Oktober erweiterte das Unternehmen seinen Horizont erneut mit der Vorstellung der „Premier”, die wiederum Vintage-Inspirationen mit frischen Designideen kombinierte. Und sich dabei unverhohlen an eine jüngere, modernere Käuferschicht wendet.

Der Wettlauf um den ersten automatischen Chronographen wird oft als Zweikampf zwischen Heuer und Zenith beschrieben, dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die erstgenannte Marke Teil einer fünfköpfigen Kooperation mit Büren, Hamilton, Dubois Dépraz und eben Breitling war. Aus diesem Grund liegt die Vermutung nahe, dass Kern die Chrono-Matic als nächstes Modell für eine Wiederbelebung auserkoren hat: Die erste Armbanduhr von Breitling, in der das 1969 gemeinsam entwickelte Werk zum Einsatz kam. In den Archiven befinden sich zahlreiche attraktive Modelle, die als Inspirationsquellen dienen könnten.

TAG HEUER

TAG Heuer, die Marke mit den legendären Motorsportmodellen, verfolgt seit längerer Zeit zwei entgegengesetzte Entwicklungsrichtungen – einerseits pflegt man voller Ehrfurcht die glorreiche Geschichte, andererseits verfolgt man konsequent ultramoderne Innovationen. In den vergangenen Jahren konzentrierte man sich auf die Carrera mit den Kalibern Heuer-01 bei der Baselworld 2017 und dem Heuer-02 im Jahr 2018. Es handelte sich um echte Spitzenmodelle, die beide Seiten von TAG zeigen, indem sie modernste Technologie mit historischen Bezügen vereinten.

Im Vorjahr haben wir außerdem attraktive neue Monaco-Modelle gesehen, die in diesem Jahr sicherlich weiteren Zuwachs erhalten werden. Wir vermuten, dass TAG Heuer den Modellen Monaco und Carrera wie auch der bei Fans besonders beliebten Autavia weiterhin einen Platz im Rampenlicht einräumen wird, da es dieses Trio war, das 1969 mit dem ursprünglichen Kaliber 11 ausgestattet wurde. Von den drei genannten war nur die Monaco eine komplett neue Serie, daher wäre es denkbar, dass die quadratische Schönheit in diesem Jahr bei der Baselworld 2019 einen Ehrenplatz erhält.

ZENITH

Heute ist die Marke mit TAG Heuer friedlich unter dem Dach von LVMH vereint, vor 50 Jahren jedoch war Zenith der schärfste Konkurrent von Heuer. Beide Häuser stehen fest zu ihrem Anspruch, im Jahr 1969 als erstes Unternehmen den wichtigen Meilenstein erreicht zu haben, und Uhrenhistoriker können für beide Seiten überzeugende Belege liefern. Jede der Marken hat ihren eigenen Stil und ihre eigene Geschichte, in den letzten Jahren haben sie jedoch unter der Leitung von Jean-Claude Biver auch gewisse Ähnlichkeiten entwickelt.

Ein großer Teil des Angebots von Zenith ist nach wie vor von Schlichtheit, Klasse und Eleganz geprägt, man zeigt jedoch zunehmend auch beeindruckende technologische Entwicklungen. Im Jahr 2017 wurde die Linie Defy wiederbelebt, die seitdem mit spektakulären Modellen wie der Zero G und der Defy Classic aus dem Vorjahr aufwartet. In dieser Richtung sind sicherlich weitere Neuvorstellungen bei der Baselworld 2019 zu erwarten, welche die Grenzen der Mechanik und Materialtechnolgie weiter ausloten – und wir wären nicht überrascht, wenn es Zenith gelänge, diese Innovationen mit dem bedeutenden Jahrestag zu verknüpfen.

TUDOR

Tudor ist seit einiger Zeit ein echter Star der Baselworld, dies zeigte sich wieder einmal im Vorjahr, als man abgestimmt mit der Muttermarke Rolex ein Paar der langerwarteten GMT-Modelle mit Edelstahlgehäuse und blau-roter „Pepsi“-Lünette vorstellte. Tudors Black Bay Version kostete trotz Manufakturwerk weniger als die Hälfte der Rolex GMT Master II – ein herausragendes Beispiel für Tudors Firmenphilosophie, Spitzenqualität zu deutlich erschwinglicheren Preisen anzubieten.

Beobachter gehen davon aus, dass Tudor bei der Baselworld 2019 sein Engagement bei den Sportuhren zurückfahren wird, insbesondere bei den direkt an Rolex angelehnten. Stattdessen wird erwartet, dass Tudor seine Bemühungen forcieren wird, aus dem Schatten der übermachtigen Muttermarke herauszutreten. Die im November lancierte Glamour Double Date weist offenbar in diese Richtung, und auch den eleganteren Kollektionen wie Style und Classic würde eine Auffrischung gut zu Gesicht stehen. Auf der anderen Seite weist ein vor kurzem lancierter Instagram-Post auf die vorhergesagte Wiederauferstehung einer echten Tudor Submariner hin, die möglicherweise auf der Serie 79000 aus den 1980er- und 90er-Jahren beruht. Die spannende Frage hierbei ist, ob man sich für die Zeigervariante Mercedes (authentisch) oder Snowflake (weniger Rolex-artig) entscheiden wird.

Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden – mit unserer minutenaktuellen Berichterstattung von der Baselworld über diese viele weitere Marken! Wir hoffen, Sie sind genauso gespannt wie wir!

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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