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Vintage-Uhren: Unsere Insidertipps für 2020

Vintage-Uhren sind begehrter denn je. Vor allem in den letzten Jahren ist die Nachfrage – und mit ihr der Preis – enorm gestiegen. Wir werfen einen Blick auf vier Vintage-Uhren aus vier Jahrzehnten, die viele Liebhaber noch nicht auf dem Schirm haben. Erfahren Sie unsere Insidertipps für das Jahr 2020!

Der Run auf Vintage-Uhren geht erst los

Die Zeiten, in denen alte Uhren preiswerte Alternativen zu aktuellen Modellen waren, sind längst vorbei: Die wahren Schätze sind heute gut erhaltene Vintage-Uhren mit Patina und Charakter – für bestimmte Modelle werden sogar sechsstellige Summen aufgerufen. Der Wert einer Rolex Daytona „Paul Newman“ etwa hat sich in den letzten Jahren vervielfacht.

Die Gründe für diesen Boom sind vielfältig. Zum einen sind viele Uhrensammler auf der Suche nach etwas Besonderem. Im Vintage-Bereich werden sie am ehesten fündig, da sich selbst ähnliche Modelle aufgrund ihrer Historie und Patina nur selten gleichen. Zum anderen geht es um Entschleunigung und um Liebe zum Detail. Ein kurzer Blick in das Standardwerk „Moonwatch Only“ genügt, um zu wissen, mit wie vielen Einzelheiten man sich bei der Omega Speedmaster – und bei allen anderen Vintage-Modellen ebenso – beschäftigen kann.

1960er: Omega Speedmaster Pre Moon Ed White

Die Omega Speedmaster ist für ihr charakteristisches Gehäuse mit den geschwungenen Hörnern (sog. twisted lugs) bekannt. In den ersten Jahren ihrer Produktion besaß die Speedmaster allerdings gerade Hörner. Die Gehäuse mit den sogenannten straight lugs wurden von den Huguenin Frères hergestellt und zwischen 1957 und 1969 verbaut. Erst im Jahr 1964 erhielt die Speedmaster mit der Ref. 105.012, die auch als erste Referenz den Professional-Schriftzug trug, das bis heute verbaute Gehäuse mit den geschwungenen Hörnern.

Die Ref. 105.003 („Speedmaster Ed White“), die nach Edward Higgins White, Astronaut der Weltraum-Missionen Gemini 4 und Apollo 1, benannt wurde, ist die letzte Referenz mit geraden Hörnern. Die Ed White wurde zwischen 1963 und 1969 produziert und trägt daher noch keinen Professional-Schriftzug. Das puristische Erscheinungsbild, begründet durch das schlichte Zifferblatt und die simplifizierte Formensprache des Gehäuses, macht die Uhr zu einer außergewöhnlichen Referenz. In Anbetracht der historischen Bedeutung des Modells und dem Run auf Vintage-Uhren ist sie noch zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen zu haben.

Insider-Tipp: Achten Sie auf Details!
Bei Vintage-Uhren ist es sowohl für die Authentizität des Zeitmessers als auch für den Werterhalt (und -zuwachs!) von essenzieller Wichtigkeit, dass alle Komponenten der Uhr original sind und zum Baujahr passen.

1970er: Heuer Vintage Silverstone

Kaum ein Uhrenhersteller ist so eng mit dem Motorsport verbunden wie TAG Heuer. Neben der Monaco, die am Handgelenk von Steve McQueen im Film „Le Mans“ (1971) zu einer horologischen Ikone wurde, hat die 1860 gegründete Uhrenmanufaktur Heuer zahlreiche weitere attraktive Armbanduhren hergestellt. Einige stehen zwar eher im Schatten der begehrtesten Vintage-Uhren, haben dabei aber mindestens genauso viel Charme.

Eines dieser Modelle ist die Heuer Silverstone (Ref. 110.313), von der zwischen 1974 und 1977 nur rund 3.500 Exemplare produziert wurden. Die rechteckige Uhr mit abgerundeten Kanten wurde nach dem Silverstone Circuit, einer weltberühmten Rennstrecke in England, benannt. Im Inneren wurde das Heuer Cal. 12 verbaut. Das Design trägt erkennbar die gestalterische Schrift der 1970er Jahre. Von der Silverstone gibt es drei Versionen in unterschiedlichen Farben: Neben einem Blauton (Ref. 110.313B) und einem Bordeauxton (Ref. 110.313R) existiert eine bräunliche Fumé-Variante (Ref. 110.313F), deren Zifferblatt an die aktuellen Uhren von H. Moser & Cie. erinnert.

Heuer beabsichtigte mit der Lancierung der Silverstone, das Erfolgsmodell Monaco abzulösen, was jedoch scheiterte. Bereits Mitte der 1970er Jahre – kurz nach dem Launch – musste man sich eingestehen, dass die Silverstone ein Flop war. 1984 startete Heuer schließlich einen letzten Versuch mit der Silverstone „Mark II“ (Ref. 510.403), deren Design an die Speedmaster-Mark-Modelle der 1970er und 1980er Jahre erinnert.

Insider-Tipp: Schauen Sie über den Tellerrand!
In dem Vintage-Dschungel, der von Daytona, Speedmaster und Submariner dominiert wird, lohnt es sich, nach links und rechts zu schauen. Informieren Sie sich in Uhrenforen, auf Uhrenmessen oder in unserem Magazin über Trends und Entwicklungen auf dem Vintage-Markt.

1980er: Rolex Datejust

Die Rolex Datejust ist der Evergreen unter den Rolex-Modellen: Bereits seit 1945 zieht das schlichte, elegante Modell mit Datumsanzeige Generationen von Uhrenliebhabern in seinen Bann. Bei ihrer Geburtsstunde war die Datejust in ihrer Form und Ausstattung einzigartig: Trotz vieler aufwendiger Komplikationen existierte kein derartiges Modell, das eine einfache Datumsanzeige bot.

Am Handgelenk von Persönlichkeiten wie Winston Churchill, Dwight Eisenhower und Martin Luther King wurde die Uhr Teil des Weltgeschehens. Gerade die Referenzen, die zwischen den 1950er und 1990er Jahren hergestellt wurden, beeindrucken mit einer großen Portion Vintage-Charme. Trotz ihres Edelmetalls lassen sie sich ohne Weiteres im Alltag tragen. Der Grund ist ganz einfach: Vintage-Uhren sind nicht nur extrem lässig, sondern zugleich herrlich unprätentiös.

Angesichts ihrer langen Geschichte überrascht es, dass sich die 36mm Datejust seit ihrer Lancierung so gut wie gar nicht verändert hat – abgesehen von der Zykloplupe, die seit 1954 die Datumsanzeige bedeckt. Dennoch bietet die zeitlose Produktlinie eine Vielfalt an Materialien: ob Gelbgold oder Roségold, Weißgold oder Stahl, Oyster- oder Jubilé-Armband. Auch Liebhaber von Diamanten und Perlmutt finden Gefallen an der wandlungsfreudigen Uhr, wenn „Mother-of-Pearl“ Datejust (Ref. 116238) und die diamantbesetzte Datejust (Ref. 116233) das Handgelenk zum Funkeln bringen.

Insider-Tipp: Ziehen Sie Gold in Betracht!
Auch wenn Edelstahl zur Zeit das begehrteste Material ist: Halten Sie auch nach Bi-Color- und Vollgold-Uhren Ausschau. Bei den derzeitigen Marktpreisen bekommen Sie hier mehr für Ihr Geld. Aus diesem Grund rückt Gold inzwischen vermehrt in den Fokus von Sammlern.

1990er: Tudor Oysterdate Submariner

Rund 20 Jahre nach der Gründung von Rolex, im Jahr 1926, rief Hans Wilsdorf die Tochterfirma Tudor ins Leben. Mit Tudor wollte Wilsdorf ursprünglich günstigere Varianten der Rolex-Modelle verkaufen, indem das Uhrwerk kein Manufakturwerk, sondern ein Konfektionskaliber der Firma ETA war. Bis auf das Kaliber und den Tudor-Schriftzug auf dem Zifferblatt waren viele Modelle – allen voran die Tudor Datejust und Submariner – identisch mit den Rolex-Varianten. Sogar die Aufzugskronen besaßen das Rolex-Logo.

Die Tudor Oysterdate Submariner wurde 55 Jahre lang produziert, von 1954 bis 1999. Bis vor wenigen Jahren war das Modell eher unbeliebt und als kleine Schwester der Rolex Submariner verpönt. Seitdem Tudor sich jedoch mit der Heritage-Linie von Rolex abhebt und die Black Bay (seit 2012) produziert, hat die Tudor Submariner enorm an Popularität gewonnen. Durch den inzwischen hohen Stellenwert der Tudor SA ist ihre historische und gestalterische Relevanz immens gewachsen.

Im Gegensatz zur Rolex Submariner gibt es von der Tudor Submariner mehrere Varianten. Unter anderem werden Modelle mit Snowflake-Zeigern, blauem Zifferblatt und blauer Lünette oder mit einem kleineren Durchmesser (36 Millimeter) verkauft.

Insider-Tipp: Kaufen Sie, was Ihnen gefällt!
Natürlich kann man mit einer gewissen Vorahnung Uhren kaufen, deren Wertsteigerung absehbar ist. Die späte Erfolgsgeschichte der Tudor Submariner zeigt, wie plötzlich sich die Begehrlichkeiten des Marktes ändern können. Wenn Sie Uhren kaufen, auf die Sie Lust haben, werden Sie immer Freude beim Sammeln haben.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

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