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Luxus ist politisch: Jean-Claude Biver positiv gegenüber Online-Handel mit Luxusuhren

Schweizer Fernsehtalk mit Philipp Man, CEO von CHRONEXT, Jean Claude Biver, Leiter des Uhrengeschäfts von Hublot, TAG Heuer und Zenith sowie Jérôme Biard, CEO von Eterna und Corum. Erfahren Sie mehr!

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Die Schweizer Luxusuhrenbranche muss feststellen, dass es nicht immer nur aufwärts geht: Nach Jahrzehnten des Erfolgs sind die Verkaufszahlen in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Traditionsbranche steht vor dem digitalen Wandel – und darf ihn zugleich nicht verpassen. Noch im letzten Jahr war man sich sicher, dass es den Vertriebsweg online nicht geben wird. Nun erwägt selbst Jean Claude Biver, Markenchef von Hublot, TAG Heuer und Zenith, öffentlich eine Zusammenarbeit mit Online-Plattformen. 

Im Schweizer Fernsehformat ECO Talk  zum Thema „Tickt die Schweizer Uhrenbranche richtig?” zeigte sich die traditionsbewusste Industrie überraschend offen und veränderungsbereit. In der Talkrunde diskutieren Jean Claude Biver, als Markenchef des Luxuskonzerns LVMH verantwortlich für Hublot, TAG Heuer und Zenith, Jérôme Biard, CEO der Luxusmarken Eterna und Corum sowie Philipp Man, CEO des E-Commerce Unternehmens CHRONEXT, über die Zukunft der Luxusuhrenbranche und den Weg ins digitale Zeitalter. Die Uhren-Chefs und insbesondere Jean-Claude Biver signalisieren, dass die Branche „nicht blind sei” und neue Ideen, wie der Verkauf von Luxusuhren über digitale Handelsplätze, offen diskutiert und analysiert werden müssen.

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Steht ein Wandel der milliardenschweren Uhrenbranche bevor?

Die Branche für Luxusuhren gilt als traditionsbewusst, der Verkauf von feinen Zeitmessern findet bis heute zu über 80% bei stationären Konzessionären statt. Onlinehandel war bisher nur schwer zu etablieren – und wurde von der Branche kritisch beobachtet. Doch seit einiger Zeit scheint diese Haltung zu weichen, ein Umdenken setzt ein.

So erklärte Jean-Claude Biver, dass er sich eine Zusammenarbeit mit CHRONEXT künftig vorstellen könne und dem Vertriebskonzept nicht kritisch gegenüberstehe. Im Moment existiere zwar noch keine Partnerschaft, aber das könnte kommen. Auch eine Investition in CHRONEXT wäre für Biver denkbar. Damit reagiert der Markenchef auch auf die konjunkturbedingte Krise der Industrie und verdeutlicht, dass man neue, innovative Konzepte entwickeln muss, um erfolgreich zu bleiben. Auch Eterna- und Corum-Chef Biard zeigte sich offen gegenüber Plattformen wie CHRONEXT, die seiner Ansicht nach in der heutigen Zeit benötigt werden.

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Diese offene Haltung wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen. Philipp Man erinnert sich noch sehr gut an die Anfänge von CHRONEXT: „Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, kannte uns keiner. Vor drei Jahren waren wir die Person, die man nicht mochte. Jetzt sind wir der entfernte Cousin, den man noch nicht kennt. Die Industrie hat noch ein bisschen Angst vor dem, was passiert und das kann ich auch verstehen”, so der Co-Gründer der Online-Plattform.

Heute wird deutlich, dass online und offline nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden dürfen. Warum ist das so? Die Distribution im Handel mit Luxusuhren muss neu gedacht werden: Der Kunde kauft seine Uhr jederzeit und egal wo er sich befindet – auf dem Weg zur Arbeit, per Smartphone, und zukünftig vielleicht auch in einem Self-Driving Car. Er hat ein 14-tägiges Rückgaberecht und muss sich nicht wie beim Juwelier vor Ort entscheiden. Online als zusätzlicher Vertriebskanal eröffnet Herstellern neue Möglichkeiten. Sie lernen ihre Kunden besser kennen. Erst mit dem Online-Handel erfahren Hersteller wichtige Customer Insights, wie etwa häufig gesuchte Modelle. Überfüllte Lager und Kosten für die Miete von Lagerflächen gehören dann der Vergangenheit an, denn bestellt wird, was der Kunde im Geschäft wünscht.

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Online- und Offline-Handel für Luxusuhren ist vereinbar

„In der Vergangenheit herrschte Skepsis, insbesondere aufgrund der über Jahre hinweg entstandenen Preisdiskrepanzen. Diese verschwinden jedoch nicht über Nacht. Hierfür braucht die Industrie einen Partner, der die Ware global verteilt, denn Inventar liegt beim Händler in Zürich oder beim Händler in New York – und die Ware bewegt sich mittlerweile über Ländergrenzen, deswegen muss sie auch konsequent gesteuert werden”, so Philipp Man.

Stationärer- und Online-Handel sind nicht nur vereinbar, sondern gleichermaßen wichtig und ergänzen sich gegenseitig: Um die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen, werden weiterhin Brand-Boutiques, Multibrand-Geschäfte sowie der Online-Handel benötigt. „Alle drei vertragen sich“, kommentiert Biver.

Fest steht: E-Commerce wird auch die Uhrenbranche in mancher Hinsicht verändern. Mit einer Multichannel-Strategie kann die Kundenbasis deutlich vergrößert und die Umsätze signifikant gesteigert werden. Und zugleich ist die Verbindung aus online und offline der nachhaltige Weg aus der Krise und beugt einer neuen vor.

Sehen Sie den gesamten Fernseh-Talk hier!

CHRONEXT Experteninterview live von der Baselworld 2018

Sehen Sie außerdem: CHRONEXT CEO und CO-Gründer Philipp Man spricht über die Entwicklung der Luxusuhrenbranche während der wichtigsten Messe des Jahres – das ntv Experteninterview während der Telebörse am 22.03.2018, live von der Baselworld 2018:

Caroline Metz
Caroline Metz

Caroline is our go- to person concerning content and the CXT magazine, as well as communication, PR and social media. She has a passion for timeless designs and writing, and particularly enjoys content on architecture, fashion and luxury watches. With a predominant liking towards watches with exhibition case backs and automatic movements, her watch of choice is the Omega Seamaster Aqua Terra.

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