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Über die Grenzen der Menschheit hinaus: Die Omega Missions Serie

Diese besondere Uhrensammlung hat im Mai 2019 einige Köpfe in unserem Team verdreht: Eine Auswahl der aufregendsten Uhren, die wir je gesehen haben und deren Geschichte sich bis zum Mond erstreckt – ich bin sicher, Sie wissen, worüber wir sprechen: Keine Uhr ist so eng mit den legendären Mondmissionen verbunden wie die Omega Speedmaster. Die besagte Sammlung enthält die Sondereditionen „Omega Missions Series“ mit 23 beeindruckenden Uhren der legendären Geschichte der Raumfahrt. Wir hatten das Glück, 11 dieser Uhren in den Händen halten zu können, die mit den Apollo-Missionen verbunden sind. Jedes Exemplar ist auf 200 Stück limitiert – lesen sie weiter und erfahren Sie die Details zu jeder Uhr!

Unzertrennbar: Mond und Moonwatch

Das erste Modell der Omega Speedmaster wurde im Jahr 1957 lanciert und war ursprünglich Teil der Seamaster-Serie. Erst als die NASA die Speedmaster zum offiziellen Zeitmesser für die berühmten Apollo-Missionen machte, bekam die Speedmaster ihre eigene Serie.

Spätestens seit der ersten Mondlandung ist die Speedmaster eine Legende. Die Uhr befand sich am 21. Juli 1969 am Handgelenk von Buzz Aldrin, als dieser – zusammen mit Neil Armstrong – zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Mondoberfläche betrat. Während die klassische Moonwatch bis heute nur sehr behutsam verändert wurde, hat Omega im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Sondereditionen auf den Markt gebracht.

Die „Omega Missions Series“

Anlässlich des 40. Geburtstages der Omega Speedmaster hat sich Omega im Jahr 1997 etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die Schweizer Manufaktur hat ein umfangreiches Set von 23 Speedmaster-Modellen – allesamt Special Editions – präsentiert.

Die 23 Uhren befinden sich in einem Koffer, der aus dem Material besteht, aus dem auch Raumanzüge hergestellt werden. Zu dem Lieferumfang gehören außerdem ein separates Lemania-Kaliber 1861 sowie eine Uhrmacherlupe von Omega. Insgesamt wurden 50 der „Missions-Series“-Koffer verkauft. Von den 22 Missions-Uhren hat Omega jeweils 200 Exemplare hergestellt, sodass 150 Stück von jedem Modell separat erhältlich waren.

22 der 23 Uhren sind den berühmten Weltraum-Missionen der NASA gewidmet (Skylab, Gemini und Apollo). Es handelt sich um die klassische Moonwatch-Referenz 3570.50 mit dem jeweiligen Logo der entsprechenden NASA-Mission auf dem Totalisator bei 9 Uhr. Was auf den ersten Blick relativ gleichartig klingt, ist äußerst charmant, denn jeder NASA-Mission war ein ganz eigenes Logo gewidmet, oft mit einem Bezug zum konkreten Missionsziel.

Bei der 23. Uhr handelt es sich um die „Omega Speedmaster Professional Missions 1957 Replica“, einer Re-Edition der Ur-Speedmaster CK2915.

Dies sind die spannendsten Apollo-Missionen (zugehörig zur jeweiligen „Omega-Missions“-Referenz):

Speedmaster Apollo 7 (Ref. 3597.11.00)

Die Apollo-7-Mission (1968) war der erste bemannte Apollo Raumflug der NASA. Um die Bedeutung der Apollo-Missionen zu verstehen, muss man wissen, dass die Flüge vor der Mondlandung der Vorbereitung und Planung dienten. Mit der Apollo-7-Mission wurde die Flugtauglichkeit des Raumschiffs sowie die Tauglichkeit aller anderen Einrichtungen wie Raketenmontage, Startvorbereitung und Flugleitung weiter erprobt.

Das Logo der Apollo-7-Mission zeigt die CSM-Kommandokapsel beim Umkreisen der Erde. Die Namen der Astronauten (Walter Schirra, Donn Eisele, Walter Cunningham) wurden ebenfalls appliziert.

Speedmaster Apollo 8 (3597.12.00)

Nur zwei Monate nach Apollo 7 fand mit der Apollo-8-Mission der erste Flug zum Mond statt: Erstmals in der Geschichte der Menschheit verließen Menschen das Schwerefeld der Erde, um insgesamt zehn Mal die Umlaufbahn des Mondes zu durchfliegen. Auf dieser Mission schossen die Astronauten unzählige Fotos aus der Perspektive ihres Cockpits. Unter anderem stammt das berühmte Foto des Erdaufgangs oberhalb der Mondoberfläche von der Apollo-8-Mission. Die Umrundung des Mondes war nicht nur für die NASA ein Meilenstein, sondern auch für die Weltbevölkerung: Mehr als eine Milliarde Menschen verfolgten die Mission damals im Fernsehen. Das NASA-Logo illustriert die Flugroute in Form einer roten Achternschleife, die sich um die Erde und den Mond legt.

Speedmaster Apollo 9 (3597.13.00)

Mit Apollo 9 wurde ein Testflug der Mondlandefähre bei realistischen Bedingungen in der Erdumlaufbahn geprobt. Zudem wurden die Rendezvous- und Andockmanöver der Raumfähren abschließend getestet. Die Mission fand im März 1969, also nur vier Monate vor der finalen Mondlandung, statt. Die Vorbereitungen der NASA waren bereits so erfolgreich, dass Stimmen laut wurden, die bereits eine Mondlandung der folgenden Apollo-11-Mission befürworteten.

Entsprechend der Bedeutung für das gesamte Apollo-Programm thematisiert das Missionslogo die Mondlandefähre, die CSM-Kommandokapsel sowie die Saturn-Trägerrakete in der Erdumlaufbahn.

Speedmaster Apollo 10 (3597.14.00)

Um die Mondlandefähre unter realen Bedingungen erstmals in der Mondumlaufbahn zu testen, wurde Apollo 10 durchgeführt. Es handelte sich um die letzte Generalprobe vor der Apollo-11-Mondlandung. Die NASA-Astronauten führten nach dem Erreichen der Mondumlaufbahn alle Manöver durch, die auch für die reale Landung von Apollo 11 erforderlich waren. Die Astronauten befanden sich lediglich 14 Kilometer über der Mondoberfläche.

Apollo 10 verlief – wie die vorigen Missionen auch – mit vollem Erfolg. Die Mission hat gezeigt, dass die NASA bereit für die Mondlandung war. Das Logo zeigt die Mondlandefähre und die Kommandokapsel in unmittelbarer Nähe des Mondes.

Speedmaster Apollo 11 (3597.15.00)

Am 16. Juli 1969, acht Jahre nach Missionsbeginn, startete die Apollo-11-Mission. Nach rund drei Tagen erreichten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins die Mondoberfläche. Armstrong und Aldrin verbrachten rund zweieinhalb Stunden auf dem fremden Himmelskörper. Am Handgelenk von Buzz Aldrin befand sie die Omega Speedmaster, Neil Armstrong ließ seine Uhr in der Landefähre zurück, da die Borduhr ausgefallen war.

Nachdem die Mondlandefähre (namens „eagle“) auf dem Mond angekommen war, funkte Armstrong den Spruch „the eagle has landed“ zur Erde. Diese berühmten Worte dienten als Vorbild für das legendäre Apollo-11-Logo, das einen Adler beim Landeanflug auf den Mond zeigt.

Speedmaster Apollo 12 (3597.16.00)

Apollo 12 war eigentlich als Zweitversuch gedacht, falls die Apollo-11-Mission fehlschlagen würde. Dies hatte die NASA bereits nach Apollo 9 angekündigt. Auch Apollo 12 verlief reibungslos. Ziel der Mission war es nunmehr, Teile der 1967 auf dem Mond zurückgelassenen Surveyor-3-Raumsonde zurück zur Erde zu bringen. Insgesamt verbrachten die Astronauten mehr als acht Stunden auf der Mondoberfläche.

Das Missionsabzeichen zeigt ein Segelschiff, das den Weltraum durchquert. Es handelt sich um eine Anspielung auf die drei Astronauten, die allesamt von der US-Marine kamen.

Speedmaster Apollo 13 (3597.02.00)

Nach der Apollo-11-Mission ist Apollo 13 wohl die zweitbekannteste Mondmission. Grund war eine Explosion des Sauerstofftanks auf dem Hinweg zum Mond. Infolge dieses Ereignisses war die Besatzung dazu gezwungen, zur Erde zurückzukehren. Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre erfolgte ein sekundengenaues Timing, welches mit dem Chronographen der Moonwatch abgestimmt wurde. Die Astronauten kehrten heil zur Erde zurück.

Das Logo von Apollo 13 zeigt drei stilisierte Pferde auf dem Weg zum Mond. Zudem enthält es den Spruch “ex luna, scientia”: Vom Mond stammt das Wissen. Das Logo zeigt, dass, wäre die Mission geglückt, der Mond noch weiter erforscht worden wäre.

Speedmaster Apollo 14 (3597.17.00)

Die Apollo-14-Mission startete im Januar 1971. Ziel der Mission war es, den Mond weiter zu erforschen. Die Astronauten hatten zahlreiche Mess- und Forschungsinstrumente an Bord und brachten insgesamt 42,9 kg Mondgestein mit. Zur Vorbereitung hatte die Besatzung im Sommer 1970 ein sogenanntes „field training“ im süddeutschen Nördlingen absolviert, um mit der Arbeit mit mondähnlichem Gestein vertrauter zu werden.

Das Apollo-14-Logo zeigt den offiziellen Anstecker des Weltraum-Korps, der von der Erde zum Mond fliegt. Dieser besteht aus Silber und wird an Astronauten vergeben, wenn sie in das Korps aufgenommen werden.

Speedmaster Apollo 15 (3597.18.00)

Noch vor Bekanntgabe der Apollo-15-Besatzung wurde das Apollo-Programm aus finanziellen Gründen gestrafft und zwei Missionen gestrichen. Aus diesem Grund wurde Apollo 15 umstrukturiert und wissenschaftlich erweitert. Die Astronauten waren geologisch besser ausgebildet, auch die Ausrüstung war um einiges moderner. Die Mission fand im Juli 1971 statt.

Das Logo der Apollo-15-Mission stammt aus der Feder des italienischen Designers Emilio Pucci. Das blau-weiß-rote Objekt soll an die Aeronautik erinnern – Pucci selbst war Kampfpilot bei der italienischen Luftwaffe

Speedmaster Apollo 16 (3597.19.00)

Apollo 16 war die vorletzte Mission des Apollo-11-Programms und wurde im April 1972 durchgeführt. Die NASA verfolgte weiterhin überwiegend wissenschaftliche Zwecke mit der Mondlandung. Erstmals führten die Astronauten auch astronomische Aufnahmen mit einer Spektographie-Kamera durch und brachten knapp 96 kg Mondgestein zur Erde.

Die Idee für das Apollo-16-Logo stammt von den Astronauten selbst. Es soll Patriotismus, Teamwork und den Mond repräsentieren. Dies erklärt die Anlehnung an die US-amerikanische Flagge.

Speedmaster Apollo 17 (3597.20.00)

Die letzte Apollo-Mission fand im Dezember 1972 statt. Der Einsatz war umfangreich und umfasste drei Außenbordeinsätze. Die Astronauten verbrachten mehr als drei Tage auf dem Mond. Es wurden erneut Mondgesteinsproben (diesmal aus dem Hochland des Mondes) entnommen und unzählige Messungen durchgeführt.

Das Logo der Apollo-17-Mission zeigt den griechischen Sonnengott Apollon, der Namenspate der Apollo-Missionen ist. Im Hintergrund befindet sich ein stilisierter Adler neben der angedeuteten US-amerikanischen Flagge. Die Blickrichtung des Adlers und Apollos sollen die weitere Absicht symbolisieren, den Weltraum weiterhin zu erforschen.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

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