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Breitling Navitimer 8 vs. Navitimer 1: Hält die neue Vision der Fliegeruhr, was sie verspricht?

Robust, präzise und für Höchstleistungen konzipiert: Breitling ist der Inbegriff der Fliegeruhren. Überraschend zur diesjährigen Baselworld 2018 hat die Schweizer Luxusmanufaktur der legendären Breitling Navitimer 01 ein Update spendiert – und dem Markt eine neue Kollektion präsentiert, die Navitimer 8. Wir haben uns die Neuheiten näher angeguckt: Was erwartet uns 2018 bei Breitling?

Die erste Navitimer spreizte ihre Flügel im Jahr 1952, als eine Weiterentwicklung ihres Vorgängers, dem Chronomat. Die Navitimer revolutionierte den Rechenschieber und wurde zum perfekten Instrument für Flieger und Navigatoren, was Breitlings Ruf als Marktführer in diesem Bereich festigte. Über 65 Jahre lang gehörte die Navitimer zu den Bestsellern der Marke, die mit praktischen und außergewöhnlichen Luxusuhren für Piloten bekannt wurde. Über die Jahre hinweg gab es viele Ergänzungen und Verbesserungen, doch das Design der Navitimer selbst änderte sich kaum.

So waren es im März 2018 besondere Neuigkeiten, als Breitling neue Modelle in zwei verschiedenen Navitimer-Kollektionen vorstellte, die vor dem Hintergrund der langen Tradition dieser Uhr einen wichtigen Richtungswechsel signalisierten.

Die im Rahmen der Baselword vorgestellten Navitimer 1 mit dem Umfang von 38mm und Navitimer 8 zeichnen sich durch deutliche Unterschiede im bisher gewohnten Aussehen und Design aus. Die neue Kollektion löste Erstaunen aus, viele lobten die Marke für den Mut zu dieser Innovation. Wir haben beide Modelle genauer unter die Lupe genommen:

Werke und Technologie

Die Breitling Navitimer 8 erschien ursprünglich in fünf verschiedenen Variationen mit fünf verschiedenen Kalibern. Bemerkenswert: Nur zwei der fünf Modelle sind Chronographen.

Eines dieser beiden Modelle, das Flaggschiff der Kollektion, verfügt über Breitlings gefeiertes Kaliber B01, eine wunderschöne Säulenrad-Schaltung samt Vertikalkupplung und einer 70 Stunden Gangreserve. Der zweite Chronograph basiert auf dem klassischen Valjoux 7750. Die zwei Modelle ohne Chronographen-Funktion besitzen ebenfalls ETA-Werke.
Die letzte Navitimer 8 dieser Kollektion, die „Unitime”, ist mit dem Manufakturwerk Weltzeituhrkaliber B35 von Breitling ausgestattet – eine vollkommen neue Komplikation für eine Fliegeruhr.

Das sechste Modell der Kollektion, die „Super 8”, wurde auf der Baselworld vorgestellt. Die Uhr ist größer und unterscheidet sich vom Ursprungs-Quintett der Kollektion, auch hinsichtlich ihres Innenlebens. Hier finden wir das beeindruckende Kaliber B20, das von der Rolex-Schwestermarke Tudor im Gegenzug für das Kaliber B01 an Breitling verkauft wurde.

Ebenfalls auf der Baselworld 2018 eingeführt wurde die Breitling Navitimer 1: Zwei B01-Modelle (46mm und 43mm) und zwei kleinere Versionen, darunter die 38mm, die mit ausgelagerten Uhrwerken ausgestattet ist und damit für Schlagzeilen sorgte. Fortan waren es jedoch nicht mehr die Werke, die diese Uhr so bemerkenswert machen sollten…

Gehäuse und Zifferblatt

Der bemerkenswerteste Teil der Navitimer 1 ist ihr Gehäuse – vor allem das des 38mm-Modells. Es ist kleiner als jedes Gehäuse, das Breitling jemals hergestellt hat. Tatsächlich nahmen daher anfangs viele Uhrenliebhaber an, dass das Modell ausschließlich für Frauen designt wurde. Breitling stellte schnell klar, dass diese Uhr nicht geschlechtsspezifisch ist, was auch durchaus nachzuvollziehen ist, denn sie ist eine klassische Navitimer 8 mit dem technischen Look und Feel dank der drehbaren Lünette und dem Rechenschieber.
Das Design wurde durch den Hauch eines kontrastierenden „Panda“-Subzifferblatt liebevoll modernisiert (jedoch nicht bei dem 38-mm-Dreizeiger-Modell). Die Änderung in der Größe des Modells spricht einerseits die Zeit an, in der Uhren noch kleiner waren, andererseits verdeutlicht sie den aktuellen Trend in Richtung Eleganz.

Die Navitimer 8 bleibt den 41mm und 43mm-Gehäusen treu. Die entscheidende Komponente ist, dass die neue Kollektion ohne den berühmten Rechenschieber auskommt – eine große Veränderung der Ästhetik und Technik dieser Legende unter den Luxusuhren. Handelt es sich also noch um eine „echte” Navitimer? Breitling selbst gibt an, dass diese Uhren von dem historischen „Huit Aviation Department” inspiriert wurden, das 1938 von Willy Breitling zur Herstellung von Flugzeuginstrumenten gegründet wurde.

Der Vintage-Einfluss zeigt sich im utilitaristischen Look, komplettiert durch gekerbte Lünette und Eisenbahn-Minuterie. Viel schlichter als die klassische Navitimer zeigt sich auch hier deutlich der moderne Einfluss.

Breitling Navitimer 8: Unser Fazit

Wem der neue Look und die technischen Veränderungen der beiden Kollektionen noch nicht innovativ genug sind, wird den Richtungswechsel von Breitling spätestens am neuen Logo der beiden Uhren bemerken. Das stilisierte „B” der Marke kommt nun ohne die Flügel aus, die sie bisher begleitet haben.
Georg Kern, der neue CEO von Breitling, will zeigen, dass die Marke mehr zu bieten hat, als Luftfahrt. Kern sagt, dass er die beiden modernisierten Uhren neben treuen Neuauflagen aus der Vergangenheit von Breitling einführen und gleichzeitig die Gesamtzahl der angebotenen Modelle auf das Wesentliche, die eigentliche Essenz der Marke, beschränken will.

Stellt man die Breitling Navitimer 1 und die Navitimer 8 gegenüber, werden beide Uhren zweifellos ihre Bewunderer und Kritiker finden. Traditionalisten und langjährige Fans mögen sich mehr für die auffallende Navitimer 1 begeistern können, während die Navitimer 8 vielleicht diejenigen anlockt, die sich zum ersten Mal eine Breitling kaufen wollen. Die Preise der einzelnen Kollektionen variieren kaum und reichen von ca. CHF 3.600 für eine kleinere Dreizeiger-Uhr bis zu CHF 7.500 für einen Chronographen mit Manufakturwerk (steigend für Modelle mit Goldgehäuse). Müssen wir uns am Ende für einen Favoriten entscheiden, so ist es die Navitimer 8 – schlicht und einfach für den Mut seitens Breitling, neue Wege zu gehen.

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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