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Bulgari auf der Baselworld 2019: Die vielen Facetten des Octo

Viele Besucher der Baselworld 2019 sind gefesselt von Bulgaris atemberaubenden Neuheiten, wie dem Octo Finissimo Chronographen GMT, mit dem die Marke einen sensationellen Weltrekord aufgestellt hat.

Dass Uhren von bestimmten Schmuck- oder Modelabels insgeheim nicht Ernst genommen werden, hat lange Tradition in der Uhrenbranche. Cartier bekommt für gewöhnlich einen Freibrief ausgestellt, in der letzten Zeit ziehen aber auch andere Marken endlich Aufmerksamkeit von ernsthaften Uhrenliebhabern auf sich. Viele Schmuckhäuser haben in die Haute Horlogerie investiert und die Resultate sind nicht zu übersehen. An erster Stelle steht Bulgari, das italienische Unternehmen, das für feinen Schmuck, Parfüm, Accessoires und seit 1980 auch für Uhren bekannt ist, die in einer eigenen Unternehmensabteilung mit Hightech-Werkstatt in Neuenburg gefertigt werden.

Die neue Luxusuhr von Bulgari: Acht Seiten der Octo

Die neue Octo-Uhrenfamilie ist der Beweis für das beachtliche uhrmacherische Können von Bulgari und hat bereits in ihrer kurzen Geschichte eine Reihe von technologischen Wundern hervorgebracht. Die erste Bulgari Octo wurde 2012 vorgestellt, wobei das Design einer älteren Octo nachempfunden wurde, die dem Genie von Gérald Genta entsprang. Im Jahr 2000 wurde diese Marke von Bulgari übernommen. Genta ist der wohl berühmteste Designer in der Uhrengeschichte und verantwortlich für legendäre Modelle wie die Nautilus und die Royal Oak – die die gleiche Gehäuseform wie die Octo besitzt.

Seit 2014 zeigt Bulgari mit seiner ultradünnen Octo-Linie, die den Namen „Finissimo“ trägt, das ganze Spektrum seiner mechanischen Raffinesse. Bulgari baute unter anderem das flachste Tourbillon-Uhrwerk der Welt (1,95 mm) und die flachste Minutenrepetition (3,12 mm). In diesem Jahr stellt es den vielleicht beeindruckendsten Rekord von allen auf: das flachste mechanische Chronographenwerk der Welt.

Hauchdünn: Bulgaris Octo Finissimo Chronograph GMT Automatic

Die neue Octo Finissimo Chronograph GMT Automatic von Bulgari muss man gesehen haben, denn sie ist in der Tat ein Meisterwerk. Wir vergessen oft, dass Chronographen zu den komplexesten und anspruchsvollsten Komplikationen bei mechanischen Uhren gehören – wie der ununterbrochene Einsatz des Valjoux 7750 in den meisten Chronos zeigt.

Bulgari hat eine nur 3,3 mm dünne Version gebaut und damit den bisherigen Rekord von 5,5 mm von F. Piguet aus dem Jahr 1987 übertroffen. Es ist kein normaler Chronograph, sondern ein automatischer Chronograph mit einem raffinierten „peripheren“ Rotor, der um die Außenseite des Uhrwerks schwenkt und nicht darunter, wie bei den meisten Rotoren. Hinzu kommt, dass der automatische Chronograph auch eine GMT-Komplikation besitzt, um es noch komplexer zu machen.

Wenn man den unermesslichen technischen Einfallsreichtum bedenkt, den es für den Bau dieses Uhrwerks brauchte, ist es noch unglaublicher, wenn man die fertige Uhr dann vor sich hat. Der 42 mm breite und 6,9 mm dicke Chronograph GMT ist auch ohne das rekordverdächtige Uhrwerk eine wunderschöne Kreation. Die Kombination von unverblümt mutigem Design und traditioneller Eleganz, wie sie nur Bulgari kennt, macht die Uhr immer noch erstaunlich vielseitig – ein Zeitmesser, der viele Sammler ansprechen wird und mit einer gewissen Häufigkeit getragen werden kann. Der Preis der Uhr beträgt $17.600 mit Titangehäuse und Armband.

Im Octo-Fieber

Der Chronograph GMT war in diesem Jahr keineswegs die einzige neue Octo auf der Baselworld. Im Januar präsentierte Bulgari die Octo Finissimo Tourbillon Carbon auf der Genfer Uhrenwoche (der LVMH-Wettbewerber des SIHH) – eine Uhr, die dank Gehäuse und Armband aus Carbon nicht nur spektakulär dünn, sondern auch spektakulär leicht ist. Das Gesamtgewicht beträgt kaum spürbare 48 Gramm.

Die Bulgari-Boutique ist auf der Baselworld das erste Label, das Sie sehen, wenn Sie die Ausstellungsfläche betreten. Neben den Octos präsentiert die Marke auch ihre neue, mit Edelsteinen besetzte Serpenti, dennoch stehen die Octos eindeutig im Mittelpunkt.

Bulgaris zweite Octo aus Carbon ist die Roma Grande Sonnerie Perpetual Calendar. Dieses Meisterwerk vereint die schwierigsten Komplikationen in einer Uhr. Obwohl das Design des Zifferblatts relativ zurückhaltend gestaltet ist, ist es vollständig skelettiert, wodurch die Komplexität des Mechanismus offenbart wird. Diese Uhr kombiniert nicht nur einen ewigen Kalender mit Mondphase, sondern auch Minutenrepetition und Gangreserveanzeigen für das Schlag- und Uhrwerk.

Foto: Bulgari

Die Roma Tourbillon Sapphire ist nicht weniger atemberaubend und ebenso deutlich skelettiert. Eine Schönheit, die ihres Namens würdig ist. Die Roma ist eine etwas rundere, sanftere Version der traditionellen Octo. Dieses Modell in Roségold ist auch etwas für das Auge – das Werk scheint im leeren Raum zu schweben, während es von blau ausgearbeiteten Komponenten umrahmt wird.

Zum Schluss möchten wir zwei neue Finissimo-Modelle aus schwarzer Keramik vorstellen, wobei eine davon ebenfalls skelettiert ist. Wir müssen aber zugeben, dass die Uhr mit dem normalen Zifferblatt viel ästhetischer ist – sie ist nach dem Betrachten der vielen Uhren in den Bulgari-Vitrinen schon fast eine Wohltat fürs Auge. Diese eleganten Zeitmesser sind eher für die breite Masse gedacht, als die anderen Angebote der Marke auf der Baselworld. Es stört auch keineswegs, dass Keramik momentan zu den beliebtesten Materialien auf dem aktuellen Markt gehört.

Es ist eine Wette wert, dass Bulgaris Pläne für die Octo erst am Anfang stehen. Wir freuen uns auf die Rekorde auf der Baselworld 2020.

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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