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Farbvielfalt: Zenith’s ungewöhnliche Fliegeruhren auf der Baselworld 2019

Obwohl Zenith’s El Primero in diesem Jahr den fünfzigsten Geburtstag feiert, ist das Jubiläum nicht das einzige Thema unter den Zenith-Neuheiten. Die Marke LVMH bereicherte die Baselworld 2019 mit einer Reihe vielversprechender Fliegeruhren mit ungewöhnlichen Gehäusen.

Gold mag gleichbedeutend für den ersten Platz stehen, dennoch sind für einige Uhrensammler Silber oder Bronze attraktiver. Gold ist zwar ein zeitloser Klassiker, ein Material, das nie verschleißt, nie aus der Mode kommt, und das heute so aussieht wie in hundert Jahren, aber gerade diese Zeitlosigkeit lässt es für den ein oder anderen etwas langweilig erscheinen. Man könnte durchaus behaupten, dass das Edelmetall in der Uhrenindustrie übermäßig verwendet wird – es ist eine offensichtliche, einfache Materialwahl, um einer Uhr Prestige und einen automatisch höheren Preis zu verleihen.

Wir sagen nicht, dass Uhrmacher aufhören sollten, Gold zu verwenden, aber es fühlt sich an, als wäre die Zeit reif, auch weniger verbreitete Alternativen zu erkunden, und genau das hat Zenith in diesem Jahr auf der Baselworld getan. Die beiden neuen Pilot Type 20 Uhren werden in vergleichsweise seltenen Gehäusematerialien präsentiert: eine in Silber, eine weitere in Bronze. Wir finden, dass sie sehr gut aussehen.

Foto: Zenith

Keine Angst vor Alterungserscheinungen

Bevor wir näher auf die Details der Uhren eingehen, wollen wir den Begriff der “Patina” – eines der meist gebrauchten Schlagworte innerhalb der Uhrenbranche – ins Rampenlicht stellen. Patina, das ist die Verfärbung, die einige Materialien beim Oxidieren erfahren – eine langsame, allmähliche Reaktion, die als sichtbarer Marker für das Altern dient.

Da Luxusuhren von ihrer Beschaffenheit darauf ausgelegt sind, so lange wie möglich zu halten ohne an Schönheit zu verlieren, ist es innerhalb der Uhrenbranche zum Trend geworden, die Individualität und die einzigartigen „gelebten Erfahrungen“ mit Hilfe der Patina zu zeigen. Die Meinungen sind durchaus gespalten: Während einige Patina bei Uhren als besonders schön empfinden (so sehr, dass manche Unternehmen Uhren mit gefälschter Patina herstellen, die bereits beim Kauf verblasst und alt aussehen), können andere Uhrenliebhaber diesem Trend nichts abgewinnen. Schließlich stellt die Patina eine sichtbare Verschlechterung der Uhr dar.

Dabei lassen sich die meisten Patina gut beeinflussen: wenn unerwünscht, kann die Uhr gereinigt werden, wenn gewünscht, kann eine Patina auch künstlich durch chemische Alterungsprozesse beschleunigt werden. Dieser beschleunigte Alterungsprozess ist bei bestimmten Uhrensammlern sehr beliebt.

Entscheidend ist, dass man bei der Betrachtung der neuen Zenith Modelle die angerissenen Möglichkeiten der Veränderung einer Uhr im Hinterkopf behält.

Pilot Type 20 Adventure

Zenith brüstet sich gerne damit, dass die Geschichte der Marke und ihrer Pilotenuhren bis ins Jahr 1909 zurückreicht, als Louis Blériot die historische erste Überquerung des Ärmelkanals mit einer Zenith am Handgelenk gelang. Die ursprüngliche Type 20 Uhr war ein Cockpit-Instrument, das erstmals 1939 hergestellt und einige Jahrzehnte später eingestellt wurde. Auf der Baselworld 2012 wurde sie mit viel Begeisterung wiederbelebt und seither zahlreiche neue Modelle vorgestellt.

Das diesjährige Update, die Type 20 Adventure, hält sich an die gleiche Grundrezeptur: große Zahlen, große Zeiger, große Krone und natürlich ein großes Gehäuse aus massiver Bronze und einem 45 mm Durchmesser. Das allein reicht eigentlich schon aus, um zu beeindrucken, in der Kombination mit khakigrünem Zifferblatt und einem Camouflage- oder „Matrix“-Lederarmband wirkt die Uhr sogar noch robuster. Das Bronze-Gehäuse passt sehr gut zum Militärlook, der sich mit zunehmendem Alter der Uhr sogar noch steigern wird – Stichwort “Patina”.

Foto: Zenith

Die Adventure gibt es in zwei Versionen: als Chronograph (natürlich mit dem El Primero Uhrwerk) oder als Dreizeiger-Version unter dem Namen „Extra Special“ mit einem Elite-Kaliber 679. Der Gehäuseboden ist aus Titan und mit dem Zenith Flying Instruments Logo graviert.

Pilot Type 20 Silver

Vielleicht haben Sie diese Uhr schon einmal gesehen – sie wurde ein oder zwei Monate vor der Baselworld der Öffentlichkeit als Teaser vorgestellt. Aber das bedeutet nicht, dass sie auf der Messe nun weniger Aufmerksamkeit erfährt. Bei dieser Uhr verwendet Zenith erstmals Silber im Uhrengehäuse – ein Material, das viel weniger verbreitet ist als Bronze. Gerüchte werden lauter, dass dies der Beginn eines neuen Silbertrends ist, so wie der Hype um Bronze in den letzten Jahren. Wir hoffen es. Silberpatinas (technisch korrekt: silberne „Anlauffarben“) können bei guter Umsetzung besonders bezaubernd wirken und eine seltsam warme Vintage-Vibe erzeugen, die viele Uhrensammler lieben werden.

Dieses Modell trägt ebenfalls die Modell Bezeichnung „Extra Special“ und ist eine limitierte Auflage von 250 Stück, angetrieben vom Elite 679 Kaliber. Der Gehäusedurchmesser beträgt ebenfalls 45mm und auch der Gehäuseboden ist wie bei der Adventure. Das Aussehen hingegen könnte im Vergleich zu den bronzefarbenen Adventure Modellen nicht unterschiedlicher sein. Das silberne Gehäuse und das Zifferblatt verleihen der Uhr eine geisterhafte, edle Qualität, während die einzigartigen stilisierten „Nieten“ auf dem Zifferblatt ein industrielles Gefühl vermitteln und vielleicht den Rumpf eines historischen Flugzeugs aufgreifen. Der bestechende Effekt der Uhr wird wahrscheinlich nicht nachlassen, da der Besitzer beobachten kann, wie sich die Uhr im Laufe der Zeit allmählich ändert. Gut gespielt, Zenith.

Foto: Zenith

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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