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Tudor Black Bay GMT auf der Baselworld 2018: Die bessere GMT-Master?

Die Baselworld 2018 steht im Zeichen der GMT-Funktion: Nicht nur die neue Rolex GMT-Master II Pepsi in Edelstahl, sondern auch die Tudor Black Bay GMT sorgt für mächtig Wirbel auf der Schweizer Uhrenmesse. Tudor schafft es erneut, mit einer weiteren Black-Bay-Variante ganz weit vorne mitzuspielen. Diesmal könnte es jedoch sein, dass Tudor seinen großen Bruder Rolex erstmals übertrumpft. Erfahren Sie hier, wieso.

Das Erfolgsmodell Black Bay

Die Black Bay ist ohne Frage das Erfolgsmodell aus dem Hause Tudor. Das Modell wurde erstmals auf der Baselworld 2012 vorgestellt und zählt seitdem zu den beliebtesten Luxusuhren. Kein Wunder, denn man findet kaum irgendwo ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei der Black Bay. Seitdem gelang es Tudor Jahr für Jahr, mit der Black Bay für neue, revolutionäre Überraschungen zu sorgen. So auch dieses Jahr: Während man in der Uhrenszene ahnte, dass die Veröffentlichung einer neuen GMT-Master II naht, ahnte niemand, dass Tudor ebenfalls eine Pepsi-GMT-Uhr herausbringen würde.

Die harten Fakten überzeugen

Die neue Black Bay GMT hat einen Durchmesser von 41 Millimetern und eine beeindruckende hohe Wasserdichtigkeit von 20 bar. In der Uhr wurde das von Tudor hergestellte Kaliber MT 5652 verbaut, das im eigenen Haus entwickelt, hergestellt und zusammengebaut wird. Die Gangreserve beträgt üppige 70 Stunden, das Werk besitzt zudem die renommierte COSC-Zertifizierung und bietet einen Sekundenstopp, der eine präzise Einstellung der Uhrzeit ermöglicht. Der rote GMT-Zeiger zeigt eine zweite Zeitzone und lässt sich separat verstellen. Die rot-blaue 24-Stunden-Lünette lässt sich bidirektional drehen und rastet 48 Mal, also halbstündlich, ein. Mit Edelstahl-Armband kostet die Black Bay GMT 3.620 Euro, mit Leder- bzw. Textilband 3.330 Euro. Die Uhr ist ab Juni 2018 erhältlich.

In optischer Hinsicht bleibt Tudor den Heritage-Merkmalen treu: Die Black Bay GMT hat – wie die anderen Black-Bay-Modelle auch – deutliche Fasen an den Gehäusekanten und ein Edelstahl-Armband mit Nietenoptik. Die Lünette besteht getreu der Vor-Keramik-Ära aus Aluminium. Erfreulich ist aber, dass die Uhr keine Fake-Patina erhalten hat, sondern eine weiße Leuchtmasse.

Rolex und Tudor: Zwei Marken im Wandel

Tudor hat im Grunde genau die Uhr herausgebracht, die man von Rolex erwartet hat: Eine GMT-Uhr mit Pepsi-Lünette, schlanken Hörnern und einer wohldosierten (!) Portion Old-School-Charme. Zwar hat Rolex die Proportionen der in den 2000er Jahren eingeführten „Mopsgehäuse“ mit der Day-Date 40 und der Datejust 41 ein Stück weit rückgängig gemacht und mit den überarbeiteten Datejust-36-Modellen in Bi-Color auch in diesem Jahr weitere Verschlankungen vorgenommen.

Es dürfte jedoch klar sein, dass man sich bei Rolex bewusst dagegen entschieden hat, auch die Sportmodelle zu überarbeiten, da die 126710BLRO ansonsten ebenfalls eine schlankere Silhouette erhalten hätte. Dazu passt, dass die Tudor Black Bay GMT eben keine Vintage-Patina erhalten hat, sondern normale Patina. Denn so ist die Black Bay GMT eine ernstzunehmende Alternative. Es sind genau diese Details, die den Unterschied machen zwischen einer ernsthaften Uhr und einer Uhr, die sich nach Trends richtet.

Konkurrenz für die Rolex GMT Master II Pepsi in Edelstahl?

Wenn man sich vor Augen führt, dass die Black Bay GMT nicht einmal die Hälfte der neuen Rolex Pepsi-GMT kostet, dann ist die Black Bay durchaus eine starke Rolex-Konkurrenz. Natürlich ist eine Rolex noch immer eine Rolex und insbesondere die GMT-Master eine der größten Ikonen in der Uhrenwelt. Doch Tudor erreicht mit der Black Bay GMT gerade diejenigen, die Wert auf die alte Rolex-DNS legen und eine Uhr suchen, die authentisch, vielfältig, robust und zuverlässig ist – eben ein perfekter Begleiter für jeden Tag.

So gelungen die Rolex GMT-Master II Pepsi in Edelstahl auch ist: Ob die Uhr mit dem Jubilée-Armband eine Uhr für jeden Tag und jede Situation ist, ist eine Frage des Geschmacks. Ich selbst weiß dennoch aus eigener Erfahrung sehr gut, welche Begehrlichkeiten Rolex wecken kann. Bei der neuen Ref. 126710BLRO ist das nicht anders. Rolex hat dieses Jahr definitiv alles richtig gemacht. Doch wenn ich eine Uhr suchen würde, die ein wenig unter dem Radar fliegt und etwas klassischen Heritage-Charme versprüht, dann dürfte die Tudor Black Bay GMT eine hervorragende Wahl sein. Die Black Bay hingegen ist unauffälliger und sieht auch an Leder- oder Textilbändern blendend aus. Wer funkelndes Keramik liebt, wird mit der GMT-Master glücklich; wer klassische Aluminium-Inlays bevorzugt, dürfte bei Tudor fündig werden.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

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