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Zenith und das große Jubiläum bei der Baselworld 2019

Dank der fleißig geschürten Vorfreude auf ein wichtiges Jubiläum sind bei der Baselworld 2019 alle Augen auf Zenith gerichtet. Die unter dem Dach von LVMH angesiedelte Marke hat durch technische und ästhetische Innovationen überzeugt und zelebriert den Geist und die Tradition des El Primero.

Die Uhrenbranche liebt Jahrestage – manchmal könnte man meinen, dass jede zweite Uhr auf der Tradition einer älteren Uhr beruht, ähnlich wie in Hollywood mit seinen zahllosen Sequels und Remakes. Im besten Falle werden Jahrestage genutzt, um ältere Uhren nicht einfach zu reproduzieren, sondern um neue Ideen zu kreieren, die von diesen inspiriert sind. Im Jahre 2019 nun ist kaum ein größeres oder bedeutenderes Jubiläum zu verzeichnen als das 50 Jahre zurückliegende Debüt des ersten Chronographen mit automatischem Aufzug – so auch bei Zenith!

Zwar war Zenith nicht die einzigen Marke, die im Jahr 1969 einen solchen Zeitmesser lanciert hat, jedoch war seine Version, die El Primero, einerseits das Ergebnis einer Sololeistung und andererseits mit für die damalige Zeit spektakulären technischen Eigenschaften wie der enorm hohen Schwingfrequenz von 5 Hz ausgestattet. Die bahnbrechende El Primero kann auf eine der dramatischsten Geschichten in der Uhrenhistorie verweisen und ist bis heute einer der populärsten Zeitmesser auf dem Markt. Wie zelebriert Zenith nun das bedeutende halbe Jahrhundert?

Zenith bei der Baselworld 2019: A386-Revival

Der direkteste Weg, den die Marke zur Jubiläumsfeier der El Primero gewählt hat, ist die Produktion einer äußerst exklusiven Nachschöpfung des Originalmodells, das erstmals mit dem berühmten Werk ausgestattet wurde. Der Name „El Primero“ steht heutzutage für eine ganze Uhrenfamilie, im Jahr 1969 jedoch bezeichnete er lediglich das Uhrwerk, die Uhr selbst trug den eher technisch anmutenden Namen A386.

Die neue, bei der Baselworld erstmals vorgestellte Version ist eine Reproduktion des Originalmodells mit 38 mm Durchmesser. Dass die Optik dem Betrachter vertraut vorkommt, liegt daran, dass das Design im Laufe der Jahre nur wenig geändert wurde – Tachymeterskala, schwarzer Innenring, überlappende Hilfszifferblätter in drei unterschiedlichen Farben und das Datumsfenster bei 4 Uhr. Ein echter Klassiker. Der einzige Unterschied besteht darin, dass das neue Modell nur in Edelmetallversionen erhältlich ist – jeweils 50 Exemplare in Weißgold, Gelbgold und Roségold stehen zur Verfügung. Sie haben richtig gelesen – dieses Revival-Jubiläumsmodell ist auf insgesamt 150 Exemplare limitiert. Es darf bezweifelt werden, dass zum Zeitpunkt der öffentlichen Präsentation überhaupt noch Exemplare in den freien Verkauf gelangt sind.

Foto: Zenith

Defy 21 Carbon – eine weitere Neuheit von Zenith

Die El Primero Defy Serie hat nur noch wenig mit der 1969 lancierten Uhr gemeinsam. Die Defy wurde vor 2 Jahren hier bei der Baselworld in einer radikalen neuen Interpretation neu aufgelegt und war als Vorzeigemodell für die innovativsten mechanischen Entwicklungen von Zenith gedacht. Die Defy 21 von 2017 wurde besonders gefeiert, weil sie mit zwei Hemmungen ausgestattet war, jeweils einer für die Zeitmessung und für die Chronographenfunktion, was letzterer eine Messgenauigkeit von bis zu einer hundertstel Sekunde bei 50 Hz erlaubte. Jede Hemmung verfügte dabei über eine eigene, aus futuristischen Kohlenstoff-Nanoröhren gefertigte Unruhfeder.

2019 feiert die Defy 21 nun ihr Comeback. Es handelt sich dabei zum größten Teil um die gleiche Uhr wie die Version von 2017 – mit Ausnahme des Gehäusematerials. Das Gehäuse der neuen Defy 21 ist komplett aus Carbonfaser gefertigt. „Vollständig“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Krone, Drücker, Gehäuseboden – alles aus Carbon. Dieser Look steht der hochentwickelten Uhr gut zu Gesicht, insbesondere in Verbindung mit dem dunkel gehaltenen skelettierten Zifferblatt und dem schwarzen Kautschukarmband.

Defy Inventor

Wenn Sie von der mechanischen Meisterleistung der Defy 21 beeindruckt sind, sollten Sie unbedingt die Inventor kennenlernen. Diese neue Uhr basiert auf dem Prototyp Defy Lab, der im späteren Verlauf des Jahres 2017 vorgestellt wurde und durch eine mechanische Komponente mit der Bezeichnung Zenith Oscillator beeindruckte. Der Oscillator ist ein mit höchster Präzision aus Silizium gefertigtes Bauteil, dass die Funktionen von Unruh, Unruhfeder, Anker und rund 30 weiteren Elementen einer herkömmlichen mechanischen Uhr kombiniert. Aufgrund der komplizierten Herstellung wurden lediglich zehn Exemplare der Defy Lab Konzeptuhr gefertigt, man wartete jedoch stets gespannt auf eine Fortsetzung.

Und nun ist sie da. Die Defy Inventor von 2019 löst die Versprechen der Lab ein und wird nunmehr in einer Größenordnung von „einigen hundert Einheiten“ gefertigt – nach wie vor stark limitiert, jedoch in ausreichender Menge, um die Machbarkeit einer kommerziellen Produktion des Konzepts unter Beweis zu stellen. Die Inventor baut dabei auf der Schnellschwinger-Tradition der El Primero auf und läuft mit schwindelerregenden 18 Hz, also noch schneller als die mit 15 Hz getaktete Lab. Hierbei sollte nicht vergessen werden, dass diese technischen Referenzmodelle von Kontrollstellen wie Timelab als Chronometer zertifiziert und offiziell als antimagnetisch und unempfindlich gegen Temperaturschwankungen eingestuft sind. Schließlich wurde das Gehäuse der Lab aus dem speziell entwickelten Material „Aeronith“ gefertigt, einem mit Hightech-Polymer gefüllten Aluminiumschaum, während die Inventor auf das traditionellere Titan als Gehäusematerial zurückgreift und lediglich eine Lünette aus Aeronith besitzt.

John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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