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Ein Uhrenklassiker im Detail: Breitling Navitimer – Teil 2

Im ersten Teil haben wir einen Blick auf die Geschichte und den Werdegang des Uhrenklassikers Breitling Navitimer geworfen. Die Uhr wird seit nunmehr rund 70 Jahren produziert. Kein Wunder also, dass Breitling im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche interessante Modelle der Navitimer auf den Markt gebracht hat. In Teil 2 unseres Artikels präsentieren wir Ihnen die wichtigsten Navitimer-Referenzen.

Die wichtigsten Referenzen

Die Liste der im Laufe der Jahrzehnte von Breitling lancierten Navitimer-Varianten ist gewiss lang. Und gerade bei Breitling ist die Modellvielfalt traditionell groß. Dies muss jedoch kein Kritikpunkt sein, denn gerade aus diesem Grund dürfte für jeden Sammler die passende Navitimer auf dem Markt zu finden sein – egal ob neu oder Vintage, analog oder digital, groß oder klein oder mit Kalender oder GMT-Funktion.

Mit der Breitling Navitimer und den einzelnen Modellen kann man sich gewiss lange und ausführlich beschäftigen. Einige Referenzen haben historische Relevanz – sei es für die Marke oder das Modell – und sind daher besonders interessant. Sie sind bei Sammlern und Uhrenenthusiasten äußerst beliebt und nehmen allein schon für sich genommen eine besondere Stellung in der Welt der Breitling Navitimer ein.

Die Ur-Navitimer: Referenz 806

Über die allererste Navitimer haben Sie bereits im ersten Teil des Artikels einige Informationen erhalten. Gleichwohl darf gerade dieses Modell bei den wichtigsten Referenzen nicht fehlen, da die Referenz 806 eine der begehrtesten Uhren unter Navitimer-Sammlern ist. Diese Referenz wurde im Jahr 1956 mit dem Kaliber Venus 178 veröffentlicht. In den ersten Jahren, in denen das Modell produziert wurde, gab es bereits viele Änderungen. Wie immer bei Vintage steckt der Teufel im Detail. So zeichnen sich die Exemplare der ersten Modelljahre durch komplett schwarze Zifferblätter (schwarzes Blatt mit schwarzen Totalisatoren) aus. Erst im Jahr 1963 erschien die heutige ikonische „Reverse-Panda“-Version mit weißen Totalisatoren.

In dieser Zeit änderten sich übrigens auch die Zeiger: Während zuvor sogenannte Syringe-Zeiger, die einer Spritze ähneln, verwendet wurden, verbaute Breitling von nun an die klassischen Baton-Zeiger. Im Jahr 1964 wurde die Lünette mit Perlenriffelung durch die noch heute bekannte Kantenlünette ersetzt.

Das Spiegelei: Referenz 1806

Ende der 1969er Jahre entwickelte Breitling die Ur-Referenz 806 weiter. Das Resultat war die Breitling Navitimer Chrono-Matic (Referenz 1806). Aufgrund des charakteristischen und 48 Millimeter großen Gehäuses, des gewölbten Glases und der orangefarbenen Zeiger ist die Chrono-Matic heute vor allem als „Spiegelei“ bekannt.

Bei näherer Betrachtung des Gehäuses und der Zeiger entdeckt man zudem typische Designmerkmale der 1970er Jahre. Eine der Besonderheiten der Uhr ist die Anordnung der Krone und der Drücker: Während sich die Chronographendrücker wie üblich auf der rechten Seite befinden, sitzt die Krone auf der linken Gehäuseseite. Diesen außergewöhnlichen Aufbau findet man auch bei der TAG Heuer Monaco. Der Grund ist eine Gemeinsamkeit beider Uhren: Sowohl in der Navitimer Chrono-Matic als auch in der TAG Heuer Monaco arbeitet das Kaliber 12, welches ein historisch relevantes und äußerst interessantes Gemeinschaftsprojekt von Breitling, Büren, Hamilton, Heuer und Dubois & Depraz aus den 1960er Jahren ist.

Navitimer B01 mit dem ersten Manufakturwerk

Wenn es um die wichtigsten Navitimer-Referenzen geht, darf der moderne Klassiker nicht fehlen: Die Breitling Navitimer B01 wurde im Jahr 2009 vorgestellt und ist nicht nur die erste Navitimer mit Manufakturwerk, sondern auch das erste Breitling-Modell mit einem Inhouse-Kaliber. Das COSC-zertifizierte Breitling B01 besitzt einen Säulenrad-Chronographen mit Automatikaufzug, eine 70-stündige Gangreserve sowie eine zwischen vier und fünf Uhr angeordnete Datumsanzeige.

Die Navitimer 01 ist 46 Millimeter groß und 14,51 Millimeter hoch. Der große Durchmesser wurde gewählt, um die Präsenz der Uhr am Handgelenk zu betonen und die Originalität des Designs zu erweitern. Zugleich wollte Breitling die Lesbarkeit des Zifferblattes und des Rechenschiebers verbessern. Wenn man bedenkt, dass die Breitling Chrono-Matic (Referenz 1806) in den 70er Jahren stolze 48 Millimeter groß war, dann ist der auch für heutige Verhältnisse große Durchmesser der Navitimer 01 durchaus historisch stimmig.

Breitling Navitimer World mit GMT-Funktion

Die GMT-Funktion ist eine der nützlichsten Komplikationen für Vielreisende. Zugleich ist diese Komplikation gerade in einer Fliegeruhr sinnvoll, da kein anderes Fortbewegungsmittel derart eng mit der Umrundung der Welt verbunden ist wie die Fliegerei.

Die Navitimer World trägt die Referenz A24322. Der größte Unterschied zur klassischen Navitimer ist die andere Anordnung der Totalisatoren, die bei der GMT-Version bei 6, 9 und 12 Uhr positioniert wurden. Geschuldet ist dies dem Breitling Kaliber 24, welches auf dem GMT-Chronographen-Werk Valjoux 7754 basiert. Die Referenz A24322 besitzt eine Datumsanzeige bei neun Uhr sowie einen zentral angeordneten GMT-Zeiger mit einer roten Zeigerspitze, welcher ein schnelles Ablesen der zweiten Zeitzone dank einer 24-Stunden-Skala zwischen den Indizes und dem Rechenschieber ermöglicht.

Navitimer 8 mit Heritage-Charme

Seitdem Georges Kern die Geschicke der Traditionsmanufaktur leitet, greift Breitling auf das geschichtliche Markendesign der vergangenen Jahrzehnte zurück. Das Ergebnis sind charmante Heritage-Modelle, die die wohlverdiente historische Relevanz der Marke widerspiegeln.

Die Navitimer-8-Kollektion wurde auf der Baselworld 2018 präsentiert und geht zurück auf das Design einer von Breitling entwickelten Borduhr aus dem Jahr 1939. Breitling hat sowohl schlichte Drei-Zeiger-Modelle als auch verschiedene Chronographen ins Portfolio genommen. Jüngst wurde die Avi 1953 Re-Edition vorgestellt, die der historischen Breitling Co-Pilot Referenz 765 Avi aus dem Jahr 1953 Tribut zollt.

Inzwischen hat Breitling die Navitimer 8 zur Aviator 8 umbenannt. Man kann nur vermuten, dass dies der Abgrenzung der klassischen Navitimer von der Heritage-Linie dient. Für Sammler könnten die ersten Modelle, die unter der Bezeichnung Navitimer 8 auf den Markt gekommen sind, besonders interessant sein.

Der perfekte Allrounder: Navitimer Referenz A23322

Bevor die Navitimer 01 im Jahr 2009 vorgestellt wurde, war die seit 2003 verkaufte Navitimer Referenz A23322 sechs Jahre lang das klassische Navitimer-Modell. Mit dem perfekt proportionierten Durchmesser von 41,8 Millimetern ist diese Referenz nach wie vor die perfekte Navitimer-Referenz für viele Uhrenliebhaber.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

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