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Rolex-Lexikon: Wie entstehen die Rolex-Referenznummern?

Das Zahlenwerk der Luxusmanufaktur Rolex kann schnell unübersichtlich werden. Während die Rolex-Referenznummern das genaue Modell beschreiben, besitzt jede Rolex-Uhr eine individuelle Seriennummer. Bei beiden Nummern gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Wir erklären Ihnen, wie sich die Zahlenfolgen zusammensetzen und was Sie wissen müssen.

Das komplizierte Spiel mit den Referenznummern

Jede Marke hat ihre ganz eigene Nomenklatur, wenn es um die genaue Zuordnung von Modellen geht. Nomos Glashütte zum Beispiel verwendet denkbar einfache Referenznummern: Die Tangente hat die Ref. 101, die Autobahn neomatik 41 Datum die Ref. 1301. Bei Omega geht es hingegen etwas umfangreicher zu. Die aktuelle Moonwatch mit Hesalitglas besitzt die Ref. 311.30.42.30.01.005.

Mit üblicherweise sechs Ziffern liegt Rolex im Mittelfeld in der Welt der Referenznummern. Und diese Nummern zu kennen, kann ausgesprochen hilfreich sein. So ist eine Rolex Submariner zum Beispiel nicht gleich eine Rolex Submariner: Sowohl die Ur-Submariner als dem Jahr 1954 als auch ein im Jahr 2020 produziertes Modell tragen beide den selben Namen. Um welches konkrete Modell es allerdings geht, lässt sich lediglich anhand der Rolex-Referenznummern erkennen. So besitzt die Ur-Submariner die Referenznummer 6204, die aktuelle Submariner hingegen die Referenznummer 114060.

Das System der Rolex-Referenznummern

Hinter den Referenznummern von Rolex verbirgt sich ein ausgeklügeltes System, das sich mit etwas Hintergrundwissen rasch verstehen lässt. Die Referenznummer finden Sie auf dem Gehäuse zwischen den Hörnern bei 12 Uhr. Man muss also das Armband abmontieren, um einen Blick auf die Referenzgravur zu erhalten.

Ob eine Referenznummer vier-, fünf- oder sechsstellig ist, gibt zunächst einen groben Anhaltspunkt über das Alter bzw. die Generation der Uhr: Von Beginn an trugen Rolex-Uhren vierstellige Referenznummern. In den späten 70er Jahren wurden diese nach und nach durch neue Uhren mit fünfstelligen Referenznummern ersetzt. In den 2000er Jahren folgte langsam die aktuelle Generation mit sechsstelligen Referenzen. Hierbei wurde überwiegend eine „1“ vor die fünfstellige Referenznummer gesetzt (aus der Rolex Daytona Ref. 16520 wurde zum Beispiel die Ref. 116520).

Rolex-Referenznummern weisen auf Material hin

Bei den vierstelligen Referenzen wurde das Material noch mittels einer durch einen Schrägstrich abgetrennten Ziffer angegeben (Bsp.: Ref. 1680/8). Seit Verwendung der fünfstelligen Referenznummern gibt die letzte Ziffer Aufschluss über das verwendete Material.

0 – Edehlstahl
1 – Gelbgold (massiv)
2 – Weissgold (massiv) oder Stahl mit Platin
3 – Bi-Color: Stahl mit Gelbgold
4 – Bi-Color: Stahl mit Weißgold
5 – Vergoldet oder 18k Rotgold
6 – Platin
7 – 14k Gelbgold
8 – 18k Gelbgold
9 – 18k Weißgold

Lünetten, Farben und Kaliber an Rolex-Referenznummern erkennbar

Bei einigen Referenzen kann man zudem anhand der vorletzten Ziffer erkennen, welche Lünette verbaut wurde. So unterscheidet sich eine Rolex Datejust Ref. 16203 von einer Ref. 16233 dadurch, dass sie eine glatte und keine geriffelte Lünette besitzt.

Etwaige Buchstaben hinter der Rolex-Referenznummern beschreiben eine bestimmte Farbkombination. Am bekanntesten dürfte der Zusatz „BLRO“ der Ref. 126710BLRO sein, der für „bleu et rouge“, also „rot und blau“, steht und die Lünettenfarbe der rot-blauen GMT-Master II beschreibt.

Letztlich hat auch die Verwendung der neuen Kaliber-Generation Auswirkung auf die Referenznummern. Dass ein neues Uhrwerk verbaut wurde, erkennt man nicht nur an der Krone auf dem Zifferblatt bei 6 Uhr (zwischen „SWISS“ und „MADE“), sondern auch daran, dass die zweite Zahl der Referenznummer eine „2“ ist. Eine Rolex GMT-Master Ref. 116710 besitzt noch das alte Kaliber, während eine Rolex GMT-Master Ref. 126710 mit einem Kaliber der neuesten Generation ausgestattet ist.

Jede Uhr hat eine einmalige Seriennummer

Rolex baut jährlich viele tausende Submariner mit einer identischen Referenznummer, doch jedes einzelne dieser Modelle trägt eine einzigartige Seriennummer, die die exakte Zuordnung der Uhr ermöglicht. Die Seriennummer war bis zum Jahr 2006/2007 zwischen den Hörnern bei 6 Uhr eingraviert. Seitdem Rolex die Rehaut-Gravur (zwischen Zifferblatt und Glas) eingeführt hat, befindet sich die Seriennummer bei 6 Uhr auf der Rehaut. Man braucht das Armband inzwischen also nicht mehr entfernen, um die Seriennummer ablesen zu können.

Anhand der Seriennummer lässt sich – bis zum Jahr 2011 – ausschließlich das Alter einer Rolex-Uhr ermitteln. Den Ländercode (LC), der das Erstverkaufsland einer Uhr angibt, lässt sich über die Seriennummer nicht ermitteln; dieser ist ausschließlich auf der Garantiekarte vermerkt und nur auf dieser ersichtlich.

Rolex-Seriennummern im Wandel

Von 1927 bis 1987 hat Rolex die Uhren aufsteigend nummeriert: 1927 begannen die Seriennummern bei ungefähr 20.000, 1960 lagen die Seriennummern im Bereich von 511.687 bis 642.993 und im Jahr 1987 endeten die Seriennummern bei 9.999.999. Dazu muss man wissen, dass im Jahr 1954 bereits die 9.999.999 erreicht wurde und die Nummerierung von vorne begonnen hat. Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen der Community und gelten als zuverlässiges Indiz für die Datierung einer Uhr. Offizielle Zahlen hat die Rolex SA nie herausgegeben.

Von 1987 bis 2010 setzte sich die Seriennummer aus sechs Zahlen und einem Buchstaben zusammen. Ein Buchstabe wurde jeweils ungefähr ein Jahr lang – maximal über zwei Kalenderjahre – verwendet. Aus dieser Systematik resultiert die Bezeichnung einer Uhr als „M-Serie“ oder „A-Serie“, die sich nach der jeweiligen Seriennummer richtet.

Seit 2010 vergibt Rolex nur noch sogenannte „Random“-Seriennummern. Dies bedeutet, dass die Seriennummern zufällig generiert werden und keinen Rückschluss mehr auf das Baujahr erlauben. Nur noch das Verkaufsdatum auf der zur Uhr gehörenden Garantiekarte gibt Informationen über den Produktionszeitraum.

Rolex-Seriennummern und Diebstahl

Ein offizielles Register, in dem gestohlene Armbanduhren gelistet sind, existiert nicht. Falls Ihnen Ihre Rolex-Uhr abhanden gekommen sein sollte, sollten Sie aber unbedingt die Seriennummer publik machen und den Diebstahl an Rolex melden. Wenn Sie in den üblichen Uhrenforum den Verlust unter Angabe der Seriennummer melden, können potentielle Käufer vor dem Kauf anhand der Seriennummer herausfinden, ob es sich um Diebesgut handelt. Wenn Rolex zudem Kenntnis von einem Diebstahl hat, wird die jeweilige Uhr im Falle einer Revision nicht an den Auftraggeber zurückgegeben. Mit etwas Glück erhalten Sie Ihre Uhr so zurück.

Nils Rau
Nils Rau

An upholder of justice in the world, our German editor Nils is a judge by profession, and a luxury watch enthusiast by passion. Much of his free time is dedicated to wristwatches by exploring watch blogs and online magazines, as well as keeping an eye out on the timepiece stock exchange market. His articles focus on brands, trends, as well as the philosophical questions within the world of fine watches.

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