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Top 5 Luxusuhren mit sichtbarer Gangreserve

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Das wahre Herz einer jeden Uhr ist das Werk, das sie antreibt und ohne das sie zum Stillstand kommt. Grund genug dieses Leistungszentrum unter die Lupe zu nehmen. Wir haben alle technischen Details zu den Gangreserven unserer Lieblingsuhren wie die A. Lange & Söhne 1815 Auf/Ab und die IWC Big Pilot’s Top Gun zusammengefasst. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Gangreserven wissen sollten!

Technisch gesehen ist die Gangreserve so alt wie das Uhrmacherhandwerk selbst. Die ersten Uhren mit Gangreserve entstanden aus der Erfindung des Federantriebs bereits im 15. Jahrhundert. Zuvor wurden die Uhren durch einfache Gewichte auf Riemenscheiben oder den Fluss des Wassers durch ein Wasserrad angetrieben. Der Einsatz von Federn war revolutionär – durch die Miniaturisierung erhielten zukünftige Uhren eine am Handgelenk tragbare Größe.

Die Gangreserve bezeichnet die verfügbare Energie, die in der Aufzugsfeder einer Uhr gespeichert ist. Während die Uhr läuft, entspannt sich die Zugfeder allmählich, bis die gesamte Energie verbraucht ist – die Uhr stoppt und muss erneut aufgezogen werden. Heute beträgt die Gangreserve vieler Uhren zwischen 40 und 50 Stunden, in der sie ohne erneuten Aufzug laufen. Ein limitierender Faktor stellt jedoch die gleichmäßige Entspannung der Feder vom Punkt des Aufzugs bis zum Stillstand dar. Wichtig für die Ganggenauigkeit einer Uhr ist die gleichmäßige Schwingung der Feder. Ist diese am Anfang zu stark und am Ende zu schwach, läuft die Uhr zu schnell bzw. zu langsam. Obwohl die Fortschritte in der mechanischen Uhrentechnologie viel dazu beigetragen haben dieses Problem der „konstanten Kraft“ zu lösen, ist es empfehlenswert, alle manuellen Uhren einmal täglich aufzuziehen.

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Gangreserve Indikatoren: Ein Must-Have?

Heutzutage geht es nicht mehr nur um die Gangreserve selbst, sondern auch um die sichtbare Anzeige der Gangreserve: Eine Komplikation, die mit ein paar zusätzlichen Bestandteilen (meist mit Hilfe einer Differentialschraube) ergänzt werden kann. Der Indikator zeigt die verbleibende Reserve der Feder auf dem Zifferblatt meist durch einen zusätzlichen Zeiger an. Oft wird die Gangreserve auf dem Zifferblatt bogenförmig wie eine Tankanzeige dargestellt, aber auch gerade Linien oder andere kreative Formen sind möglich.

Vor allem in den letzten Jahrzehnten wurde die Gangreserveanzeige besonders häufig bei Chronometer-Herrenuhren eingebaut. Nicht nur aufgrund ihres Nutzens, sondern auch weil sie das Gefühl eines technischen Upgrades vermittelt. Der Indikator unterstützt den Wunsch vieler Uhrenliebhaber die mechanische Komplexität der Uhr zu demonstrieren, denn seien wir ehrlich, funktional gesehen benötigen Quarzuhren diese Komplikation wohl kaum.

Je länger, desto besser?

Viele Uhrenhersteller versuchen mit immer längeren Gangreserven bei der Kundschaft zu punkten – die Weiterentwicklung lässt sich dabei gut mit Hilfe der Gangreserveanzeige verfolgen. Einige sind zwar der Meinung, dass längere Gangreserven im Zeitalter der Automatikwerke keinen großen Mehrwert darstellen, doch da viele Liebhaber von Luxusuhren mehr als eine Uhr besitzen und somit nicht jede Uhr täglich getragen wird, erweist sich die Anzeige der Gangreserve doch hin und wieder als nützlich.

Luxusuhren mit Gangreserve: Unsere Favoriten

Selbst minimalistische Marken wie Nomos bieten jetzt Gangreserveanzeigen an, zum Beispiel bei ihrem Bauhaus-Klassiker, der Nomos Tangente. Andere Prestigemarken warten vor allem mit der Präsentation besonders langer Gangdauern von einer Woche (oder mehr) auf. Jaeger-LeCoultre, war eine der ersten Marken, die bereits 1919 mit extrem langen Gangreserven überraschten und immer noch 8-Tage-Reserven in den Kollektionen Reverso, Master und anderen anbieten.

Dann gibt es noch die wirklich herausragenden Modelle, die oft mehrere Hauptfedern verwenden, um erstaunliche Gangdauern zu erreichen. Die Lange 31 war die erste Uhr, die einen vollen Monat Gangreserve in einem schlichten, eleganten Uhrengehäuse bot. Übertroffen wurde die Leistung durch Hublots Ferrari – die Uhr im Rennwagen-Design ist mit einer 50-Tage-Gangreserve aktueller Rekordhalter.

Doch wie steht es um die Gangreserven einiger unserer Lieblingsuhren? Hier ein Überblick:

A. Lange & Söhne 1815 Auf/Ab

Zu Ehren ihres genialen Gründers brachte die Manufaktur A. Lange & Söhne im Jahr 1815 – dem Geburtsjahr von Ferdinand A. Lange – diese Armbanduhr auf den Markt. Die Uhr ist mit einer markanten „auf/ab“ Gangreserveanzeige bei 8 Uhr und einer Gangdauer von 72 Stunden ausgestattet.

A. Lange & Söhne 1815_CHRONEXT

IWC Big Pilot’s Top Gun

Das 7-Tage-Uhrwerk der Big Pilot beeindruckt vor allem durch ein Geheimnis, das sich unter dem Zifferblatt versteckt. Dort verborgen ist ein 8-Tage-Uhrwerk – die Uhr ist so konstruiert, dass sie bereits nach „nur“ sieben Tagen zum Stillstand kommt, um Ganggenauigkeitsprobleme zu vermeiden, die durch ein vermindertes Drehmoment entstehen können.

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Panerai PAM233

Diese spezielle Luminor ist vor allem aufgrund ihres edlen Designs bekannt und beliebt – aber das eigentliche Highlight dieser Uhr ist das Manufaktur-Uhrwerk (P.2002/1), das über eine GMT-Funktion und eine satte 8-Tage-Reserve verfügt, die in einem eleganten, linearen Display auf dem Zifferblatt angezeigt wird.

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Tudor North Flag

Im Jahr 2015 erschien die North Flag mit dem ersten hauseigene Uhrwerk von Tudor. Alles an dieser Uhr ist auf Praktikabilität ausgelegt, einschließlich der ausgezeichneten 70-Stunden-Gangreserve und der einfachen aber gut lesbaren Anzeige – sehr nützlich, um zu wissen, wann Sie Ihren Uhrenbeweger zur Hand haben sollten.

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Zenith Elite 6150

Dieser beeindruckende Zeitmesser verzichtet auf eine Gangreserveanzeige, um durch schillernde Eleganz und Schlichtheit zu überzeugen. Aber täuschen Sie sich nicht: Die Gangreserve des Kaliber 6150 ist dank der phänomenalen uhrmacherischen Fähigkeiten von Zenith mit über vier Tagen (100 Stunden) bemerkenswert und fern ab von schlicht.

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John Wallis
John Wallis

Living and working in London, John has been writing about watches since graduating university. He got his start at SalonQP, London's finest watch show, where he was inspired by the breadth and creativity of the modern industry. His fascination with mechanical horology has only grown from there.

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