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Wunderwerk Automatikuhr: Das müssen Sie wissen

In einer Automatikuhr steckt nicht nur eine Menge Technik, sondern auch viel Geschichte: Der hilfreiche Selbstaufzugsmechanismus wird bereits seit dem 18. Jahrhundert in mechanischen Uhren verbaut und seitdem kontinuierlich verbessert. Erfahren Sie alles über die Funktionsweise und Historie automatischer Uhren und erhalten Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Heutzutage sind Automatikuhren sowohl für Herren als auch für Damen Standard, wenn es um mechanische Zeitmesser geht. Durchsetzen konnte sich der inzwischen fast 150 Jahre alte Mechanismus jedoch erst in den 1960er Jahren. Die heutige Beliebtheit ist keine Überraschung, denn die Funktionsweise des automatischen Aufzugs ist so simpel wie genial.

Automatikuhren: Eine Innovation des 18. Jahrhunderts

Heutzutage sind Automatikuhren sowohl für Herren als auch für Damen Standard, wenn es um mechanische Zeitmesser geht. Durchsetzen konnte sich der inzwischen fast 150 Jahre alte Mechanismus jedoch erst in den 1960er Jahren. Die heutige Beliebtheit ist keine Überraschung, denn die Funktionsweise des automatischen Aufzugs ist so simpel wie genial.

Die ersten mechanischen Aufzüge stammen aus den 1770er Jahren, als man Uhren noch ausschließlich in der Tasche trug, und wurden zur gleichen Zeit von verschiedenen Uhrmachern entwickelt. Überliefert ist, dass Abraham-Louis Perrelet im Jahr 1775 einen bidirektionalen Rotor-Aufzug für Taschenuhren kreiert hat. Drei Jahre später zog der belgische Uhrmachermeister Hubert Sarton mit einem ähnlichen Mechanismus nach. Auch Abraham Louis Breguet – Gründer der gleichnamigen Luxusmanufaktur – entwickelte im Jahr 1787 einen Vorläufer des heutigen Automatikwerks. All diese Innovationen hatten es in dieser Zeit schwer, denn der simple Handaufzug war bei Taschenuhren sehr beliebt. Die erste automatische Armbanduhr kam 1922 auf den Markt und wurde von der französischen Firma Leroy vorgestellt.

Die Automatikuhr blickt Richtung Perfektion

Bis zur Serienreife sollte es aber noch neun Jahre dauern: Die inzwischen bewährte Funktionsweise mittels eines einseitig aufziehenden Rotors als Schwungmasse ist eine Errungenschaft von Rolex aus dem Jahr 1931, die dort bis heute den Namenszusatz „Perpetual“ trägt. Die mittlerweile übliche Kugellagerung des Rotors ist der Schweizer Eterna SA zu verdanken. Diese 1948 erfundene Lagerung sorgt dafür, dass sich der Rotor bei der kleinsten Bewegung dreht und das Uhrwerk mit Energie versorgt. In den 1960er Jahren hatten schließlich nahezu alle Hersteller automatische Armbanduhren im Portfolio.

Während die Funktionsweise von automatischen Uhren im Laufe der Jahrzehnte immer weiter perfektioniert wurde, geht es in den letzten Jahren vermehrt darum, welche Manufaktur die flachste Automatikuhr der Welt baut. Das Rennen, das größtenteils zwischen Piaget und Bulgari lief, konnte Bulgari im Jahr 2018 für sich entscheiden: Die automatische Octo Finissimo Tourbillon ist nur 3,95 Millimeter hoch – das Uhrwerk (Kaliber BVL 288) misst lediglich 1,95 Millimeter.

So funktioniert eine Automatikuhr

Die Automatikuhr, wie wir sie heute kennen, funktioniert mit einem Rotor, der auf der Unterseite des Uhrwerks als Schwungmasse fungiert. Er zieht die energiespeichernde Spiralfeder auf, wenn die Uhr bewegt wird. Der Rotor nimmt meist die Hälfte des Uhrwerks ein, damit sein Schwerpunkt niemals mit seiner Achse zusammenfällt und er besonders bewegungsfreudig – also auch aufzugsfreudig – ist. Das Resultat können wir im Alltag beobachten: Schon ein üblicher Bürotag ohne viel Bewegung reicht aus, um die Uhr voll aufzuziehen.

Damit die Uhr nicht überzieht, ist jedes Automatikwerk mit einer Rutschkupplung ausgestattet, die den Aufzug, wenn die Uhr bereits voll aufgezogen ist, „durchrutschen“ lässt.

Im Vergleich mit Handaufzugsuhren haben automatische Uhrwerke einen maßgeblichen Vorteil: Man spart sich das morgendliche Aufziehen. Gerade bei Alltagsuhren ist dies ein großer Pluspunkt. Wenn es sich nicht gerade um konstruktive Meisterwerke der Haute Horlogerie handelt, dann spricht gegen Automatikuhren allenfalls die meist geringfügig größere Bauhöhe sowie die Tatsache, dass gegebenenfalls aufwendig verzierte Uhrwerke durch den Rotor verdeckt werden.

Automatikuhren: Häufig gestellte Fragen

Meine Automatikuhr geht nach – was tun?

Wenn Sie gerade erst eine neue Uhr gekauft haben, dann geben Sie ihr ein wenig Zeit, denn das Gangverhalten kann sich vor allem in den ersten Wochen verändern. Nachgang kann an zu geringem Aufzug liegen, sodass Sie die Uhr vielleicht zu wenig bewegen – ändert sich das Gangverhalten, wenn Sie die Uhr von Hand voll aufziehen? Ansonsten legen Sie die Uhr nachts mit dem Zifferblatt nach oben auf den Nachttisch. So geht sie tendenziell vor und gleicht den Nachgang aus.

Meine Automatikuhr geht vor – was tun?

Im Grunde gelten die vorigen Ausführungen analog. Wenn Sie Vorgang über Nacht ausgleichen wollen, dann stellen Sie die Uhr über Nacht mit der Aufzugskrone nach unten auf den Nachttisch. Seien Sie sich auch darüber bewusst, dass selbst eine Gangabweichung von zehn Sekunden nicht nur äußerst präzise, sondern zugleich eine feinmechanische Meisterleistung ist – der Tag hat schließlich 86.400 Sekunden.

Wie kann ich eine Automatikuhr aufziehen?

Nahezu alle Armbanduhren mit Automatikaufzug lassen sich per Hand aufziehen, indem die Krone (wenn sie, falls erforderlich, entschraubt ist) gedreht wird. Vor allem japanische Basis-Uhrwerke wie das Seiko 7S26 verfügen ausschließlich über einen automatischen Aufzug. Beachten Sie beim Handaufzug, dass dieser über die Krone bei den meisten Uhren nur in eine Richtung funktioniert – die andere Richtung läuft leer.

Wie kann ich eine Automatikuhr einstellen?

Die Einstellung einer automatischen Armbanduhr unterscheidet sich nicht von der Einstellung einer Handaufzugsuhr. In der Regel erfolgt sie über die unterschiedlichen Kronenstellungen.

Brauche ich einen Uhrenbeweger für meine Automatikuhr?

Die Entscheidung für oder gegen einen Uhrenbeweger ist eine Frage des Geschmacks. Berücksichtigen Sie, dass eine Uhr, wenn sie läuft, Verschleiß unterliegt. Wenn Sie Ihre Uhr einige Tage, Wochen oder Monate nicht tragen, ist es daher eher empfehlenswert, die Uhr einfach wegzulegen und bei erneuter Benutzung aufzuziehen und zu stellen. Wenn es sich bei Ihrer Automatikuhr um einen ewigen Kalender oder eine andere komplizierte Uhr handelt, kann es zur Vermeidung einer umständlichen Einstellung aller Komplikationen aber einfacher sein, die Uhr einfach auf einem Uhrenbeweger aufzubewahren.

Automatikuhr kaufen: Worauf sollte ich achten?

Diese Frage ist recht simpel zu beantworten: Kaufen Sie, worauf Sie Lust haben. Die konstruktiven (oder ideellen) Unterschiede bei Automatikuhren sind so marginal, dass sie wenig bis gar nicht ins Gewicht fallen. Einige Uhren besitzen sogenannte Mikrorotoren, die die praktische Annehmlichkeit des automatischen Aufzugs mit dem ästhetischen Anblick eines Uhrwerks ohne großen Rotor verbinden.

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