Welche Uhrenmarken lohnt es sich 2018 im Blick zu behalten?


von Nils Rau

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Januar 24. 2018 - von Nils Rau

Neues Jahr, neues Glück: Auch im Jahr 2018 erwarten wir einige spannende Neuvorstellungen auf dem Uhrenmarkt. Einige Hersteller haben ihr Geheimnis bereits Mitte Januar auf der diesjährigen SIHH gelüftet – Das große Highlight ist jedoch wie immer die Baselworld im März. Wir haben uns umgesehen und die sechs Uhrenmarken herausgesucht, auf die Sie in diesem Jahr besonderes Augenmerk richten sollten.


Von Platzhirschen und Underdogs…

Die Uhrenwelt hat in den letzten Jahren eine spannende Phase durchlebt. Die Rede ist nicht von von schwächelnden Absatzzahlen oder Smartwatches, sondern von der Vielfalt, die sich Liebhabern seit einiger Zeit bietet: Zum einen kann man sich wie jedes Jahr auf die Neuerscheinungen der großen Uhrenmanufakturen wie Rolex, Omega oder Breitling freuen. Zum anderen hat sich die Zahl der kleineren Uhrenhersteller und vor allem die Attraktivität und Schlagzahl derer Releases erhöht. Zu denken ist etwa an Montblanc, Hublot oder Nomos und besonders an Tudor: Die einstige kleine Schwester von Rolex ist aus der Uhrenwelt nicht mehr wegzudenken.

 

…zu Toolwatches und Haute Horlogerie

Es ist jedoch nicht nur die beeindruckende Bandbreite an Herstellern. Auch die Vielfalt der existierenden Uhren bietet für jeden Geschmack das passende Modell. Wer Toolwatches liebt, dem sagt vermutlich die größte Toolwatch-Ikone – die Rolex Submariner – zu, die seit dem Facelift und dem Übergang zur sechsstelligen Referenz eine kompromisslose Verarbeitung bei gleichgebliebener Zuverlässigkeit und Robustheit bietet.

Wer hingegen feine, avantgardistische Uhrenmodelle präferiert, an dem dürfte die beeindruckendste Neuvorstellung von A. Lange & Söhne auf der SIHH 2018 nicht spurlos vorbeigegangen sein: Der Triple Split Rattrapante Chronograph ist der weltweit erste Triple-Split-Chronograph und kann Additions- und Vergleichszeiten von bis zu zwölf Stunden messen. Von diesem Modell werden nur 100 Stück verkauft (zu je 139.900 Euro).

 

1. Tudor

Tudor hat in den letzten Jahren gezeigt, welches ungeheure Potential das Unternehmen hat. Und im Gegensatz zu Rolex ist Tudor weniger der Tradition verpflichtet und somit in der Lage, gewagtere und vielseitigere Uhren herzustellen: Während eine Uhr aus Titan bei Rolex undenkbar wäre, kann Tudor einfach die Pelagos bauen. Dass wir in diesem Jahr weitere Varianten der Black Bay erwarten können, dürfte beinah sicher sein. Denkbar ist ferner, dass Tudor in diesem Jahr eine etwas elegantere Uhr auf den Markt bringt. Denn schon früher hat die Firma mit der Oysterdate den kleinen Bruder der Rolex Datejust produziert.

 

2. Junghans

Auch die deutsche Uhrenfirma Junghans hat in den letzten Jahren sehr schöne und stimmige Armbanduhren gebaut. Neben der berühmten, im Bauhaus-Stil entworfenen Max Bill konnten zuletzt vor allem die Meister- sowie die heritagelastigen Meister-Driver-Modelle Liebhaber gewinnen. Und es lohnt sich noch immer, auf der Heritage-Welle mitzuschwimmen: Fast keine Uhrenfirma lässt sich beim Design aktueller Uhren nicht von den eigenen historischen Modellen inspirieren. Von daher liegt es auf der Hand, dass Junghans – wie viele andere Hersteller auch – in diesem Jahr weitere Heritage-Modelle produzieren wird. Das Schöne ist: Die Uhren von Junghans sind klassisch, charakteristisch und erschwinglich zugleich.


 

3. Montblanc

In nur wenigen Jahren ist es der Hamburger Füllfederhalter-Manufaktur Montblanc gelungen, zu einem ernstzunehmenden und probaten Uhrenhersteller zu werden. Hierzu beigetragen haben dreierlei Dinge: Qualität, Design und Komplikationen. Durch letztere konnte Montblanc den Ruf einer etablierten Uhrenmanufaktur gewinnen. Zu den uhrmacherischen Leistungen zählen unter anderem Tourbillons, Monopusher-Chronographen und Geosphère-Modelle. In den anspruchsvolleren Zeitmessern verbaut Montblanc Kaliber der ebenfalls zum Richemont-Konzern gehörenden Manufaktur Minerva, die einfacheren Uhren besitzen ein Uhrwerk auf Sellita-Basis. Gerade in den letzten zwei bis drei Jahren ist Montblanc auf einem sehr guten Weg. Es lohnt sich deshalb, die Marke auf dem Schirm zu haben.

  

4. Zenith

Im Jahr 2017 ist Zenith der ganz große Wurf gelungen: Mit der Defy Lab hat die Schweizer Uhrenmanufaktur den Uhrenantrieb grundlegend revolutioniert. Es handelt sich hierbei um eine Entwicklung, die gleichzusetzen ist mit der Erfindung von Unruh und Spiralfeder im Jahr 1675. Anstelle des herkömmlichen mechanischen Uhrwerks arbeitet in der Defy Lab ein Oszillator-Werk, das extrem ganggenau, widerstandsfähig und wartungsarm ist. Bisher hat Zenith zehn Exemplare der Defy Lab gebaut – Eine Serienproduktion ist in Arbeit. Aus diesem Grund dürfte Zenith in diesem Jahr zu den Manufakturen gehören, deren Baselworld-Neuvorstellungen mit der größten Spannung erwartet werden.

5. Panerai

Panerai has experienced a questionable standing in the watch world in recent years – mostly due to problems with manufactory movements and fans wondering why models were only being produced with water resistance up to 30 meters. A look at SIHH novelties reveal, however, that the Italian luxury manufacturer is positioning itself more broadly. In addition to classic models, Panerai is further expanding its “Due” collection with diameters of 42mm and, for the first time, 38mm. Pieces with sophisticated complications were presented as well, making us wonder if Panerai is evolving from a focus on tool watches to that of a more versatile luxury manufacturer. The upcoming year should thus be exciting.

6. Nomos

Nomos hat seit der Neugründung nach dem Mauerfall ziemlich viel erreicht: Während Design-Preise schon fast zum Tagesgeschäft zählen, ist dem Unternehmen nicht nur die Umstellung auf Manufakturwerke geglückt. Hinzu kommen eigene Entwicklungen wie das hauseigene Swing-System oder die ultraflachen DUW-Kaliber. Ende 2017 erfuhr die New York Times schließlich, dass Nomos an einem Metallband arbeitet. Auch wenn es auf den ersten Blick unvorstellbar scheint, Nomos-Uhren an Armbändern aus Metall zu sehen: Bisher ist alles, was die Glashütter Manufaktur angefasst hat, mit Bravour gelungen. Was auch immer Nomos vorhat: Man darf sich sicher sein, dass es funktioniert.  

Nils Rau

von Nils Rau

Als ich mich das erste Mal mit dem Thema Uhren beschäftigt habe, hat mich der „virus horologicus“ sofort infiziert. Mittlerweile widme ich einen Großteil meiner freien Zeit Armbanduhren – sei es im Gespräch mit Freunden, in Blogs und Online-Magazinen oder auf Uhrenbörsen. Wenn ich gerade nicht für CHRONEXT schreibe, bin ich zur Zeit als Rechtsreferendar im Norden Deutschlands tätig. In meinen Artikeln beschäftige ich mich hauptsächlich mit spannenden Grundsatz-Fragen und zeitlosen Themen, über die es sich stundenlang leidenschaftlich philosophieren lässt.

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